In der Zitadelle treffen Welten aufeinander

Von: Günther Król
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Die Jazz Pistols mit Thomas Lui Ludwig, Stefan Ivan Schäfer und Christoph Victor Kaiser (von links) erreichen eine außergewöhnliche Klangvielfalt. Foto: Król

Jülich. Klein, aber fein ist sie, die Zitadellennacht des Jülicher Jazzclubs: Am Samstag, 9. Mai, findet sie zum 13. Mal statt. Der Veranstalter setzt wieder auf Jazzvergnügen mit Niveau und bietet acht Bands der unterschiedlichsten Stilrichtungen vier Bühnen und den Innenhof.

Der Schwerpunkt liegt auf regionalen Bands, aber auch internationale Künstler geben sich vor der außergewöhnlichen Kulisse der Schlossfestung ein Stelldichein. Unter den Formationen findet sich ein Jazz-Rock-Duo ebenso wie ein 40-köpfiger Chor. „Wir haben ein Programm, nicht nur für Kenner, sondern auch für Neugierige, denen wir einen weiten musikalischen Horizont bieten, von orientalischen Klängen bis zum klassischen Oldtime-Jazz”, betont Rolf Sylvester, Cheforganisator des Festivals.

Irakische Maquam-Musik

Auch diesmal haben die Veranstalter mit dem Museum Zitadelle kooperiert, um 18 Uhr steht eine Führung mit musikalischer Begleitung unter der Leitung von Marcell Perse auf dem Programm. Interessierte werden Orte der Zitadelle kennenlernen, an die man sonst nur selten herankommt. Wie im Vorjahr werden Jazzklänge auch im Pulvermagazin und Museumskeller zu hören sein. Dort spielen „Ahoar”, eine Neuformation zweier irakischer Konzertmusiker und eines belgischen Jazzpianisten sowie eines Deutschen. Die vier Musiker wagen mit diesem Projekt ein einzigartiges Experiment, indem sie zwei sehr unterschiedliche Musikstile, klassische irakische Maqam-Musik und westliche Jazzklänge, verbinden.

Die musikalischen Grenzen zwischen orientalischen Rhythmen und Jazzimprovisationen durchbricht auch Martin Leuchter. Mit seinem Quartett mischt er afro-orientalische Klangstrukturen mit europäischer Klassik und amerikanischem Jazz. „Hier treffen sich musikalische Welten nicht nur im Vorübergehen. Hier wird ein neues musikalisches Universum geschaffen”, schrieb kein geringer als Götz Alsmann.

Ganz andere Wege gehen „Inner Shape”, ein Quartett um den jungen Bremer Saxophonisten Roman Ott.

Rock und Funk

Mit Florian Höfner (Piano) und Peter Gall (Schlagzeug) spielt er schon seit dem Beginn des Jazz-Studiums an der Berliner Universität der Künste zusammen. Lars Gühlcke, seit kurzem dabei, ist ein bekannter Bassist der Berliner Szene. „Hier sind vier reife Musiker am Werk, die sich tief in ihre Version des zeitgenössischen Jazz eingegraben haben”, titelte die Jazzthetik über ihr letztes Album.

Einen festen Platz in der internationalen Liga führender Gitarristen hat sich Susan Weinert erspielt, die in einem Mix aus Jazz, Rock und Funk zu Hause ist. Im Duo mit Ehemann Martin Weinert am Kontrabass spielt sie sich mit viel Gefühl durch ihre Kompositionen, die sich harmonisch, melodisch und rhythmisch auf allerhöchstem Niveau befinden. Seit nunmehr zwölf Jahren produzieren die „Jazz Pistols” ihren Energy-Jazz. In klassischer Trio-Besetzung erreichen sie eine unerhörte Klangvielfalt, die sie ganz ohne Loops und Overdubs auch live umsetzen können.

Ein gern gesehener Gast des Jülicher Jazzcluba ist Stefan Michalke, der als einer der Erneuerer des klassischen Jazz gilt. Mit Vergnügen langt er in die Schatztruhe anderer Stilrichtungen und lässt sich von Klezmer, lateinamerikanischen Rhythmen und klassischer Musik inspirieren.

Ein Heimspiel hat die Mary-Castle-Jazzband mit Reinhold Wagner, dem Ehrenvorsitzenden des Jülicher Jazzclubs, deren Markenzeichen traditioneller englischer Dixieland im Stil der 50er und 60er Jahre ist. Ihr Erfolgsrezept liegt in der Kunst, die Lebensfreude ihrer Musik zu reflektieren. Dabei nehmen sie sich selbst nicht so ganz ernst.

Reggaerhythmen

Seit 2004 sorgt der Gospelchor „Joy of Gospel” aus Langerwehe für Begeisterung. Der stimmgewaltige Chor mit rund 40 Sängerinnen und Sängern zeichnet sich durch ein vielseitiges Repertoire aus, das vom konzertanten a´capella Traditional bis zum modernen Gospel im Reggaerhythmus reicht. Die Freude und Begeisterung der Chormitglieder überträgt sich schnell auf die Zuhörer.
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