Jülich - In der Schlosskapelle erklingt Jazz mit französischem Einschlag

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In der Schlosskapelle erklingt Jazz mit französischem Einschlag

Von: ptj
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„CMB“-Quartett begeistert in der Schlosskapelle: (v.l.) Lokalmatador und Pianist Stefan Michalke, Saxofonistin Christine Corvisier, Drummer Stefan Kremer und Bassist Stefan Berger. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Virtuos, fantastisch! Die Saxofonistin ist erste Sahne!“ So kommentierten Zuhörer aus dem rund 60-köpfigen Publikum spontan das Jazzkonzert mit dem „CMB Quartett“ in der Schlosskapelle. Diese altehrwürdige Lokalität hatte der veranstaltende Jazzclub Jülich für die Interpretationsart des Quartetts als „idealen Rahmen“ auserkoren.

„Erste Sahne“ war im Übrigen nicht nur Saxofonistin Christine Corvisier. Auch Lokalmatador und Pianist Stefan Michalke, Bassist Stefan Berger und Drummer Stefan Kremer zogen ihr Publikum mit ihrem gefühlvoll/dynamischen Zusammenspiel in ihren Bann. Dennoch fiel die zierliche Französin aus Köln besonders in Auge, nicht nur durch ihre zentrale Stellung im Quartett.

Sie beeindruckte vor allem als energiegeladene Musikerin, die förmlich mit ihrem Instrument verwachsen schien, mit kraftvollem Ton und spürbar guter Laune. Sie war auch der Grund für die französische Note in ein paar Songtiteln aus Michalkes Feder, etwa „La Valse (Walzer) de Vaals“ oder „Interlude“ (Zwischenspiel). Der Jazz war Basis des Repertoires, der zudem gefühlvolle Harmonien mit Pop, Klassik und Tango ausleuchtete. „Manchmal schreibt man Musik ohne irgendeinen Grund. So heißt das Stück einfach zwischendurch, interlude“, erklärte der freie Aachener Musiker und Komponist Michalke den Titel für das temperamentvoll/leidenschaftliche Stück.

Einen anderen Songtitel hatte er „2008 einer besonderen Person gewidmet“ und deshalb „Giselle“ genannt. Ein Stück, das spürbar Tempo aufnahm. Der Song „Elfen“ hatte nichts mit Fabelwesen gemein, vielmehr hatte der in sechs Bands spielende Jazzer das harmonisch schwingende Stück am 11. Februar 2011 geschrieben, im April 2011 wurde es uraufgeführt. Handfester schien der Titel „Danzelot“ (von Silbendrechsler) gewählt, eine Romanfigur von Walter Moers aus der „Stadt der träumenden Bücher“, interpretiert in ruhiger entrückter Stimmung. Während des Stücks „Tenno“ spendete sogar Christine Corvisier begeisterten Zwischenapplaus für Michalkes beseeltes Klaviersolo.

Die Titel in der zweiten Konzerthälfte begannen in Spanisch „Invierno“ (Winter) und waren fortan zumeist in Englisch oder Deutsch gehalten. Im „Tango for Claire“ brillierte das Saxsolo. Ein schönes Stück ist auch „Skagen“ mit seinem eigenartigen Reiz des Zusammenfließens der Instrumente statt der im Jazz üblichen Konversationen durch wechselnde Soli, sanft und weich eingeleitet entwickeln sich Temperament und Lautstärke. Das jazzbegeisterte Publikum, das bereits während des Konzerts nicht mit Applaus gespart hatte, honorierte abschließend ausgiebig die virtuosen Instrumentalisten.

 

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