Jülich - In 60 Metern Höhe gehts nicht nur um heiße Luft

In 60 Metern Höhe gehts nicht nur um heiße Luft

Letzte Aktualisierung:
frauenunionsolar11-bu
Zurück auf dem Boden der Tatsachen: Die Jülicher CDU-Frauen erfuhren Wissenswertes über das Solarkraftwerk.

Jülich. Festes Schuhwerk, gute Kondition und Sonnenbrillen waren die Grundvoraussetzungen, um der Einladung von Thomas Hartz, Projektingenieur und Betriebsleiter des solarthermischen Versuchs- und Demonstrationskraftwerks Jülich (STJ), folgen zu können.

Rose-Marie Kommnick freute sich darüber, dass ihre Frauen-Union eine Zusage zur Besichtigung mit Führung bekam, denn oft kann der Nachfrage nach solchen Terminen nicht entsprochen werden. Hartz und sein Team von 15 Mitarbeitern, drei von den Stadtwerken Jülich, müssen sich auf das deutschlandweit einzigartige Projekt selbst konzentrieren, da bleibt wenig Zeit für Besuchergruppen.

Hartz und Stefan Gasper, Erster Kraftwerksmeister der Anlage, führen die 18 Frauen auf halbe Höhe des 60 Meter hohen Turms. Hier wird das große Rolltor geöffnet, um auf die 2150 Spiegel mit einer Gesamtfläche von 18000 Quadratmetern zu schauen. Die Strahlen werden auf das schwarze Areal hoch oben am Turm gerichtet, 30 Meter über den Besuchern, und dort gebündelt.

„Die schwarze Fläche ist ein Receiver aus Spezialkeramik”, erklärt Hartz. Der Receiver nimmt die Hitze auf und erreicht eine Temperatur von mehr als 1000 Grad. Hinter und durch den Receiver strömt Luft, die die Hitze aufnimmt. Über Rohre wird die 500 bis 650 Grad heiße Luft in einen großen Druckkessel geführt. Dort wird Wasser zu Dampf erhitzt, der wiederum eine Turbine antreibt. So wird aus Sonnenkraft Strom erzeugt, erklärt Hartz weiter.

Strom für 350 Haushalte

Wenige Kilometer Luftlinie entfernt befinden sich die Kraftwerke der Tagebaue. Auch dort wird, allerdings durch Verbrennung fossiler Energie, Wasser zu Dampf erhitzt, der Turbinen antreibt. Mit seinen maximalen 1,5 Megawatt Leistung schneidet das STJ deutlich schlechter ab, auch wenn es über die Einspeisung ins örtliche Stromnetz immerhin rund 350 Haushalte mit Strom versorgen kann. Zum Vergleich: Die Stadtwerke Jülich liefern 18 Megawatt.

Ziel des Solar-Projekts ist neben der CO2-freien Stromerzeugung auch deren ständige Optimierung. Das Forschungs- und wissenschaftliche Demonstrationsobjekt soll zeigen, dass mit der Turmtechnologie hohe Lufttemperaturen von 700 Grad erreicht werden können.

Forschungskonkurrenten sind die Spanier, die deutsche Energiegesetze übernommen und modifiziert haben. In Spanien ist eine 15-prozentige fossile Gas-Zufeuerung zur Überbrückung wolkenverhangener Stunden erlaubt. Bei der Jülicher Anlage werden geringere An- und Ablaufzeiten über einen großen Wärmespeicher erreicht, der die Anlage unter konstanteren Temperaturen hält. Etwa zwei Stunden kann das STJ so überbrücken, später sollen längere Phasen erreicht werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert