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Im neuen Pier soll nicht mehr länger gekuschelt werden

Von: Christoph Lammertz
Letzte Aktualisierung:
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70 Häuser sind bereits hochgezogen zwischen Jüngersdorf und Merode, 50 in Bau; die übrigen haben den ersten Spatenstich noch vor sich. Foto: N. Holthoff

Pier. Karl-Heinz Schnitzler ist sauer. „Die Kuschelzeit ist vorbei”, sagt der Rechtsanwalt und kündigt damit gegenüber der Gemeinde Langerwehe eine härtere Gangart an.

Schnitzler ist Vorsitzender des Arbeitskreises Umsiedlung Pier. Mit knapper Mehrheit haben die Menschen in dem Ort, der dem Tagebau weichen muss, dafür gesorgt, dass der offizielle Umsiedlungsstandort in der Gemeinde Langerwehe liegt. Inzwischen würden viele nicht mehr so entscheiden, mutmaßt Schnitzler. Denn: „Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Umsiedlungsstandort, der nach einigen Jahren noch so wenig Infrastruktur hat.”

Vergangene Woche trat der Arbeitskreis, dem Schnitzler vorsitzt, wieder zusammen. Dabei entzündete sich der Ärger vor allem am Tagesordnungspunkt Trauerhalle. Ein Architekt ließ die Mitglieder wissen, dass er für die von der Gemeinde avisierten 100.000 Euro allenfalls eine Fertiggarage bauen könne. Für Karl-Heinz Schnitzler ist das „wieder einmal ein klares Zeichen, wie schlecht die Gemeinde die Pierer behandelt”.

Martina Mielke, die sich im Rathaus um den Umsiedlungsstandort kümmert, hat für solche Kritik kein Verständnis. „Wir befinden uns in einem frühen Planungsstadium für die Trauerhalle. Die Pierer werden ein angemessenes Gebäude bekommen, aber es muss natürlich für die Gemeinde finanzierbar und sinnvoll sein.”

Das gilt auch für andere Entscheidungen bezüglich der Infrastruktur, beispielsweise, wann die Straßen im oberen Teil des Umsiedlungsstandorts ausgebaut werden. „Unten sind fast alle Grundstücke bebaut, oben gibt es noch viele Lücken”, sagt Mielke. Dort, wo bald wieder Baukräne stehen, sei es unsinnig, eine Straße fertigzustellen.

Auf etwa einem Drittel der Baugrundstücke in Neu-Pier steht noch kein Haus. Dass auch die Infrastruktur noch nicht vollständig vorhanden ist, liege deshalb auf der Hand, sagt Mielke. Das sei auch den meisten Pierern klar.
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