Koslar - Im Koslarer „Bobstüberl” trifft sich die Renn-Szene

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Im Koslarer „Bobstüberl” trifft sich die Renn-Szene

Von: hfs.
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Willi Kämmerling aus Koslar hat in seinem „Bobstüberl” viele Erinnerungen aus der Bob- und Rennrodelszene gesammelt. Stars steuerten Sammelstücke bei mit Autogrammen, auch auf einem Regenschirm. Foto: hfs.

Koslar. „Das gibt nichts mehr. So schlecht habe ich Sandra ja noch nie fahren sehen.” Zusammen mit anderen Fans aus der Bobsportszene sitzt Willi Kämmerling aus Koslar in Berchtesgaden vor dem Fernsehschirm. Er verfolgt aufmerksam die WM-Läufe in Lake Placid, wo auch die Winterberger Ausnahme-Bobpilotin Sandra Kiriasis startet.

Und die bisher schwärzeste Stunde ihrer Karriere erlebte. Willi Kämmerling aus Koslar ist 78 Jahre alt. Der gelernte Zimmermann, der bis 1990 über 40 Jahre lang als Hausmeister im Forschungszentrum Jülich beschäftigt war, kennt die 34-jährige Bobfahrerin wie kein anderer.

„Wir haben Sandra 2001 bei den Weltmeisterschaften in Winterberg kennen gelernt”, sagt Kämmerling. Mit wir ist seine Frau Margot gemeint, die im vergangenen Jahr starb. Zusammen mit ihr teilte der rüstige Rentner ein Hobby.

Berchtesgaden und Winterberg

Über 40 Jahre steuerten die Koslarer die beiden Bergregionen an. Ihr Interesse galt dem Rennrodeln und dem Bobsport. „Ja, ja der Willi”, sagt Kiriasis. „Der ist mein treuester Fan.”

Seit dem Zeitpunkt, als die Kämmerlings der Sportlerin in einem Supermarkt in Winterberg über den Weg liefen, wurde aus dieser Zufallsbekanntschaft eine kleine Freundschaft. „Damals bekam ich für die WM-Rennen keine Karten. Ich habe Sandra einfach angesprochen.” Beobachtet hatte er sie erstmals ein Jahr zuvor an der Bobbahn am Königsee. „Dahin bin ich immer gegangen, wenn wir Urlaub gemacht haben. Auch im Sommer, wenn die Rennrodler trainiert haben.”

So bekam Kämmerling Kontakt zu der Sportszene, vermittelt durch Georg Hackl, dem deutscher Rennrodel-Star. „So lange wir nach Berchtesgaden fahren, wohnen wir bei Georgs Eltern.” Der Hackl Schorsch nahm den Willi Kämmerling mit an die Bahn. „Da wurde ich auch schon als Zeitnehmer eingesetzt”, stand am Ziel, jubelte zum Beispiel einer Susi Erdmann zu. Oder Sandra Kiriasis, die ihre Karriere am Königsee startete, in Winterberg ihre erste WM 2001 bestritt.

Von diesem Ereignis hängt im „Bobstüberl” ein riesiges Plakat. Und dieses „Bobstüberl” befindet sich nicht in Berchtesgaden oder Winterberg, man kann es in Koslar bewundern. „Hier habe ich alle meine Erinnerungen aufbewahrt”, freut sich Kämmerling in seinem üppig ausgestatteten Kellerraum. Plakate, Urkunden, Eintrittskarten und viele Bilder mit Unterschriften der Stars sind vorhanden.

Auf ein Mitbringsel ist er besonders stolz. Es ist ein kleines Biedermeier-Gebinde mit Edelweiß. „Dies hat der Hackl Schorsch nach seinem letzten Lauf seiner aktiven Karriere am Königsee überreicht bekommen. Und dann hat er es meiner Margot geschenkt.”

Technik ist gefragt

Dass dieses Sträußchen einen Ehrenplatz hat, ist genauso verständlich wie das Daumendrücken des Koslarer Rentners am letzten Wochenende, als Kiriasis in Lake Placid um Gold fuhr. Doch die vielfache Medaillengewinnerin patzte.

„Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass Sandra ihre Anschieberin Romy Logsch nicht an Bord hatte”, vermutet Kämmerling über den „Zickenkrieg”, der zwischen den beiden Frauen kurz vor den Rennen ausbrach. „Die Romy wurde von der deutschen Delegation nach Hause geschickt”, weiß Kämmerling. „Berit Wiacker ist als Anschieberin nach ihrer Verletzung einfach noch zu schwach. Da hätte Kiriasis besser auf Patricia Polifka setzen sollen.”

So katapultierten die schlechten Startzeiten Kiriasis auf Platz 7. Aber Willi Kämmerling vertraut weiterhin der Olympiasiegerin von 2006. „Nächstes Jahr bei den Spielen sieht die Welt wieder anders aus. Denn auf der schwierigsten und schnellsten Bobbahn der Welt ist Technik gefragt. Und die hat die Sandra. Auch wenn es jetzt nicht geklappt hat.”
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