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Hoher Kunstgenuss in der Schlosskapelle

Von: hivi
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Gemeinsam hinterließen sie in der Schlosskapelle der Zitadelle nachhaltigen musikalischen Eindruck: Chorleiter Martin te Laak und der Aachener Kammerchor. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Der Aachener Kammerchor unter Leitung von Martin te Laak bot bei dem sonntäglichen Konzert in der Schlosskapelle in Jülich ein ausgewähltes Chorprogramm. In Vorbereitung auf einen Chorwettbewerb in Litauen wurden besonders interessante Werke der Musica Sacra ausgewählt, um bei dem internationalen Chorfestival zu bestehen.

Die Leistungen des Chores überzeugten und beeindruckten das Publikum. Schon bei dem ersten Werk von Johannes Brahms „Warum ist das Licht gegeben“ wurde klar, wie hoch der Stand der Chorkultur dieser Formation ist. Die ausgebildeten klaren Stimmen der Sänger behielten ihren individuellen Charakter, verschmolzen aber im Zusammenklang zu einem vollendeten Ganzen.

Dieser Leistungsstandard setzte sich auch in den weiteren Chorsätzen fort. In der Liturgie oft aufgeführt wurde das „Virga Jesse“ von Anton Bruckner, das wie ein Gebet in einem Halleluja mündete. Interessant waren die Hintergrundinformationen, die Martin te Laak zu dem Klagelied „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger gab. Die Zerstörung Jerusalems, die Zerstörung Dresdens und die Zerstörung Jülichs konnten in einen Kontext gebracht werden. Die Klage mündete in der Anrufung des Herrn mit den Worten „Bringe uns, Herr, wieder zu dir, dass wir wieder heimkommen! Erneuere unsre Tage wie von alters. Herr, siehe an mein Elend!“

Das Nachtlied von Max Reger strahlte die meditative Ruhe des Gebetes aus und bestach durch schlanke, grazile Stimmführung. Besonders beeindruckend in der Klanggestaltung und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Text und seine musikalische Umsetzung gelang „Als vil in gote, als vil in vride“, eine Komposition des jungen Komponisten Wolfram Buchenberg.

Nach Worten von Meister Eckart entwickelt sich eine verbale und klangliche Auseinandersetzung mit der Thematik der Hektik der Zeit, dem Wert des Friedens. „Sankt Anselmus spricht zu der Seele: Zieh dich ein wenig aus der Unruhe äußerer Werke“. Die warnenden Worte waren eingebettet in einen tönenden Gesang, der oft an den Zusammenklang der Glocken verschiedener Kirchen und Dome erinnerte, der sich klanglich steigerte und in wiederkehrenden Formen und Harmonien gipfelte. Fast sphärisch muteten die schwirrenden Gesänge an. Eine Zusammenfassung brachten die letzten Worte „In der Stille und in der Ruhe dort spricht Gott in die Seele und spricht sich ganz in die Seele.“

Werke zur Liturgie, die in ihrem Gebetscharakter auch der Mutter Gottes gewidmet waren, rundeten das gehaltvolle Programm gelungen ab. Für den wohlverdienten Applaus des Publikums bedankten sich Sänger und Chorleiter mit einer Zugabe, nämlich dem Arrangement zu dem Spiritual „Joshua fit the Battle of Jericho“.

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