Hochwasserschutz: „Wir müssen in Engelsdorf ran”

Von: gep
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Ortstermin am Merzbach: Landrat Spelthahn (v. l.) , Ortsbürgermeister Sauer, Landtagsabgeordneter Wirtz und Ortsbürgermeister Klems wollen den Hochwasserschutz in Engelsdorf verbessern. Foto: gep

Engelsdorf. Wieder „Land unter” in der Aldenhovener Ortschaft: Doch am Montag erinnert nur noch wenig an das Hochwasser vom Freitagabend. Die Engelsdorfer haben den Sperrmüll schon weggeräumt, nachdem Keller vollgelaufen waren und das Wasser in den Erdgeschossen im Ortskern teilweise 30 Zentimeter hoch gestanden hatte.

Der Hochwasserschutz müsse jetzt endlich verbessert werden, forderten am Montag bei einem Ortstermin die beiden CDU-Ortsbürgermeister Wolfgang Klems (Dürboslar) und Heinz-Jakob Sauer (Engelsdorf). „Es geht uns zu langsam”, bringt Klems den Unmut in der Bevölkerung auf den Punkt.

Am Freitagabend, so berichtete Sauer, sei fast ein 81-jähriger Rentner ertrunken. Er habe, als die Wassermassen aus Richtung Koslar und Autobahn von hinten auf sein Anwesen strömten, vergebens - im kalten, 80 Zentimeter hohen Hagelwasser stehend - versucht, das Hoftor zu öffnen. Mit fünf oder sechs Mann, die sich gegen das Tor gestemmt hätten, sei es erst gelungen, den alten Mann zu befreien.

„Kein Kanal hätte diese Wassermassen gepackt”, ist sich Sauer sicher und zählt die Unwetter und Überschwemmungen auf, die das 200-Seelen-Dorf in der jüngsten Zeit heimgesucht haben: 1997, 1998, 1999, Mai 2008, Juli 2008, August 2008 und August 2009.

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) sehen - schließlich seien hier Leib und Leben gefährdet - Handlungsbedarf beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER). Spelthahn: „Wir müssen in Engelsdorf ran!” Schließlich zahlten die Kommunen Beiträge an den WVER. Auch in Engelsdorf müsse „der Hochwasserschutz greifen”.

Was für als Jahrhundertregen gegolten habe, sei hier beinahe der jährliche Regelfall. Mit Wirtz forderte Spelthahn, dass die entsprechenden Baumaßnahmen vorgezogen werden und die Finanzierung sichergestellt werde. Erforderlich wären, so schätzt Klems, rund eine Million Euro, davon hätte die Gemeinde einen Eigenanteil von etwa 300.000 bis 400.000 Euro zu stemmen.

Dabei sei Aldenhoven „mehr als pleite”, räumte er ein. Aber die Überschwemmungsgefahr sei mittlerweile derart bedrohlich, dass dieses Thema trotz der Bemühungen der Gemeinde beim WVER „auf eine andere Ebene kommen” müsse. „Wenn sich der Himmel verdunkelt, werden die Sandsäcke rausgeholt”, fügt Sauer hinzu.

Ein Sachverständigenbüro habe, so Klems, bereits Handlungsalternativen aufgelistet. Dazu gehörten ein Grabensystem mit Vorflutern, Gräben entlang der Wirtschaftswege, eine große Rohrleitung, um das aus Süden und Osten heranströmende Wasser aus dem Ortskern in den Merzbach abzuleiten oder Rückhaltebecken (im Hang). Spelthahn und Wirtz: „Auch wenn es sich um einen kleinen Ort handelt, müssen wir sofort tätig werden.”
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