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Hochbetrieb im Schülercafé der Realschule

Von: ojo
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Suppe mit Brötchen - bitte sehr! In der kurzen Pause nach der 6. Stunde brummt das Geschäft im Schülercafé der Linnicher Realschule. Foto: Jonel

Linnich. Die Mädchen mit den roten Kappen und den roten Schürzen stehen bereit wie Sprinter am Start. Unmittelbar nach dem Gong springt die Tür auf, und ein Schwarm Pennäler strömt durch den kleinen Flur hinaus auf den Schulhof.

Hinter dem Letzten verwandelt sich der Flur blitzschnell in eine Mensaausgabe und der Container in das Schülercafé der Realschule Linnich.

Die Bewährungszeit hat das Schülercafé, seit es mit Herbstanfang eröffnet wurde, mit Bravour bestanden. Schulleiterin Reinhild Behr-Bennemann ist entsprechend stolz: „Das ist ein Musterbeispiel, wie Schule mit eigentlich unzureichenden Mittel versucht, einen Bedarf zu decken.”

Und Bedarf besteht. Rund 40 Prozent der Linnicher Realschüler nehmen das freiwillige und verpflichtende Nachmittagsangebot mit Kursen, Arbeitsgemeinschaften und Förderunterricht wahr. Und mit knurrendem Magen studiert sichs schlecht. Also wurde nach einer Lösung gesucht, einen Mittagsimbiss anzubieten.

Die Vorbereitung dauerte einige Monate, bis das Schülercafé in dem Zweiraum-Container auf dem Schulhof öffnete. Mitarbeiter der Stadt und Hausmeister Michael Schäfer hatten zuvor Strom- und Wasserleitungen verlegt, ein Abstellraum wurde in eine Miniküche umfunktioniert. Dort lagern die Lebensmittel. Nach dem Ende der Essenausgabe wird das Geschirr gespült - in Handarbeit.

Heftiger Ansturm

Bis dahin aber haben die zwölf Mädchen um SV-Lehrerin Karola Kniwel richtig „gerödelt”. Das Schülercafé ist nur von 13 bis 13.15 Uhr geöffnet, der Ansturm entsprechend kurz, aber heftig.

Eis als Pausensnack ist ein Renner und hält die „Verkäuferinnen” auf Trab zwischen Kühlschrank in der Miniküche und dem improvisierten Tresen im Flürchen; aber auch die Mädchen an der Suppenausgabe haben tüchtig zu tun, füllen Tassen mit heißer Brühe und geben Brötchen aus.

Zwischen den Schülern steht auch schon mal ein Lehrer für eine Tasse Kaffee an. 50 Cent für einen Pott ist ja auch preislich absolut verlockend. Apropos Preise: Einen Snack kann sich jeder leisten. Preiskönig und teuerstes „Gericht” ist die Tasse Suppe mit einem ganzen Brötchen für 1,20 Euro.

Die Mensa-Truppe, in der Karola Kniwel fast wie eine Kollegin agiert, ist ein eingespieltes Team. „Wir sind für alles zuständig - auch fürs Spülen”, erzählt Jetwina Salihay.

Sie hat gerade Kassendienst, nimmt Geld entgegen und gibt dafür Märkchen aus. Sie ist wie ihre elf Mitstreiterinnen aus den 9er- und 10er-Klassen freiwillig im Thekendienst. Dafür gibt es auf dem Zeugnis später eine lobende Zusatzbemerkung.
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