Jülich - Historiker mit enormem Output an Publikationen

Historiker mit enormem Output an Publikationen

Von: ptj
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Nicht Mitglied, aber Förderer: Bundesverdienstkreuzträger und Träger des Ehrenrings der Stadt Jülich, Dipl. Ing. August Schüssler (l.), erhielt von Prof. Günter Bers die Joseph-Kuhl-Medaille. Foto: Jagodzinska

Jülich. Eindrucksvolle 19.249 Seiten „mit neuen Erkenntnissen zur Geschichte Jülichs und des Jülicher Landes“ brachte die Joseph-Kuhl-Gesellschaft „mit einer Anzahl engagierter Personen“ in den 25 Jahren ihres Bestehens heraus.

„Mir ist weder im Rheinland noch sonst wo ein Geschichtsverein mit einer solchen Fülle an neuen und verschiedenen Inhalten bekannt.“ Das betonte Professor Günter Bers, Gründer und Vorsitzender der Gesellschaft, anlässlich ihres Silberjubiläums mit vielen Gästen in der Schlosskapelle.

Ausschlaggebend für die Gründung der Joseph-Kuhl-Gesellschaft im Februar 1989 waren „nicht mehr überbrückbare Differenzen innerhalb des Jülicher Geschichtsvereins“. Die Gesellschaft erforscht(e) nunmehr in wissenschaftlicher Vorgehensweise die Jülicher Orts- und Regionalgeschichte. Dabei sieht sie sich nicht als Konkurrenz des Geschichtsvereins, bei dem sie Mitglied blieb. Ihr Konzept war es, „durch den Vergleich der Stadt- und Ortsgeschichten der Jülicher Region untereinander mit der Stadtjülicher Vergangenheit zu neuen Erkenntnissen zu gelangen“.

Wichtig war ihr dabei die Erfassung und Edition neuer Quellen. Eine große selbst gewählte Aufgabe, die den Verein nach wie vor von Tätigkeitsfeldern wie der Denkmalpflege, Exkursionen oder Musealisierungsstrategien abhält. Die Joseph-Kuhl-Historiker widmen sich zudem der historischen Demografie, der Umwelt-, Frauen- und Alltagsgeschichte. Vergessen will die Gesellschaft dabei nicht Person und Werk des ersten Erforschers der Jülicher Geschichte, des Pro-Gymnasial-Rektors Dr. Joseph Kuhl. Dieser sei außerdem ein „berühmter Sprachforscher“ gewesen, der „die Einheit des Menschengeschlechtes unterstellte“.

Einen Monopolanspruch hege die Gesellschaft nicht. Sieben weitere Geschichtsvereine beschäftigen sich mit der reichen Vergangenheit der ehemaligen Herzogstadt. Da die Historiker schon kurz nach der Gründung beschlossen, ihre Mitgliederzahl auf 70 zu begrenzen, sind sie auf Sponsoren angewiesen. Abschließend betonte Bers seine Freude darüber, „ohne staatliche und gesellschaftliche Vorgaben und Einwirkungen unseren Intentionen nachgehen zu können“.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Joseph-Kuhl-Medaille an Dipl.-Ing. August Schüssler für „seine Verdienste um die Ausgestaltung des kulturellen Lebens und insbesondere der Förderung von historischen Forschungen in der Stadt Jülich“. Wirtschaftsfachmann und Kulturliebhaber Schüssler, bereits Bundesverdienstkreuzträger und Inhaber des Ehrenrings der Stadt Jülich, ist unter vielem anderen Gründer der Hans-Lamers-Stiftung und des Fördervereins Museum, der den Minerva-Preis verleiht. Der neue Träger der Joseph-Kuhl-Medaille gab sich bescheiden und betonte die „maßgebliche Beteiligung seiner Frau“. Richtungsweisend war der Satz des Geehrten: „Es gibt noch so viel zu tun in Jülich.“

Vorgestellt wurden des Weiteren zwei neue Publikationen der Joseph-Kuhl-Gesellschaft: Autor Leo Peters beschäftigt sich in Nr. 26 der „Kleinen Schriftenreihe“ mit unbekannten Quellen zur Armierung der Festung Jülich im 16. und 17. Jahrhundert. Als der Pyrenäenfrieden 1659 den Krieg zwischen Frankreich und Spanien beendete, wurde die Übergabe der Festung Jülich von Spanien an den Herzog von Jülich vereinbart. Die Bewaffnung der riesigen militärischen Anlage wurde aufgeteilt und liefert nun dank der Ausarbeitung einen ersten Einblick.

Die zweite Publikation stammt von Professor Bers und handelt von „Don Gabriel de la Torre“, der von 1641 bis 1660 spanischer Gubernator (Gouverneur) der Stadt und Festung Jülich war. Er sorgte für Ordnung und Sauberkeit in Jülich „tat alles, die Festung Jülich in Schuss zu halten“. Während Düren in den 19 Jahren neun Mal eingenommen wurde, „wusste man, in Jülich würde man auf Granit beißen“.

Der gläubige Katholik de la Torre ließ sogar einen neuen Altar in der Schlosskapelle errichten. Professor Bers Nachforschungen zufolge gab es auch ein Oratorium anstelle der von außen betrachtet linken Türe der Schlosskapelle.

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