Jülich - Hirnforscher Karl Zilles mit Glass Brain Award ausgezeichnet

Hirnforscher Karl Zilles mit Glass Brain Award ausgezeichnet

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Prof. Dr. Dr. Karl Zilles ist einer der Gründer der Jülich Aachen Research Alliance (JARA). Er wurde in Hamburg für sein Lebenswerk hoch geehrt. Foto: Forschungszentrum Jülich

Jülich. Seine Entdeckungsreisen gehen in das Innerste des Gehirns: Seit Jahrzehnten erforscht Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl Zilles die Struktur und Funktion der menschlichen Schaltzentrale. Der Neurowissenschaftler kartiert unter anderem die Hirnrinde und erstellt auf Basis dieser Daten einen dreidimensionalen Hirnatlas.

Außerdem entwickelt er innovative Methoden, mit denen die Faserbahnen im menschlichen Gehirn in bisher nie dagewesener Auflösung visualisiert werden können.

Anfang Juni wurde der Jara-Senior Professor, der in JARA-BRAIN an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Uniklinik RWTH Aachen, sowie im Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich tätig ist, auf dem 20. Jahreskongress der Organization for Human Brain Mapping (OHBM) in Hamburg für sein Lebenswerk mit dem OHBM-Glass Brain Award geehrt. Außerdem wählte ihn die internationale Fachgesellschaft für die nächsten drei Jahre zu ihrem Präsidenten.

In der Laudatio von Professor Alan Evans vom Montreal Neurological Institute aus Kanada wurden die bahnbrechenden Arbeiten von Karl Zilles zur Expression von Transmitterrezeptoren im menschlichen Gehirn hervorgehoben, die zu einem neuen Verständnis der Hirnrindenorganisation auf molekularer Basis geführt haben. Weiterhin betonte der Laudator die cytoarchitektonischen Kartierungen der Hirnrinde als innovativen und wegweisenden Beitrag zur Analyse der Struktur-Funktionsbeziehungen im Gehirn.

Neue Methode der Visualisierung

Diesen Aktivitäten geht der Preisträger seit vielen Jahren gemeinsam mit Prof. Dr. Katrin Amunts, Direktorin am Forschungszentrum Jülich und des C.&O. Vogt-Instituts für Hirnforschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, nach. Mit ihr und Dr. Markus Axer vom Forschungszentrum Jülich arbeitet Karl Zilles zudem intensiv an einer neuen Methode zur Visualisierung und Analyse der Faserbahnen im menschlichen Gehirn, die an räumlicher Präzision alle bisher verfügbaren Methoden übertrifft.

Die internationale Organization for Human Brain Mapping (OHBM) hat Mitglieder in über 40 Ländern. Die Fachgesellschaft fördert das übergreifende Verständnis der anatomischen und funktionellen Organisation des Gehirns des Menschen, indem sie Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen von der Medizin über die Physik und Neurobiologie bis hin zur Psychologie unter anderem in Konferenzen und Workshops zusammenführt.

Prof. Zilles war Direktor des C. & O. Vogt-Instituts für Hirnforschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Gründungsdirektor des Instituts für Medizin des Forschungszentrums Jülich und einer der Mitbegründer der Jülich Aachen Research Alliance (Jara). Er ist seit 2013 als Jara-Senior Professor in JARA-BRAIN an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums der RWTH Aachen, sowie im Institut für Neurowissenschaften und Medizin INM-1 des Forschungszentrums Jülich tätig.

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