Hilferuf der Musikschule Jülich verhallt

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:

Jülich. „Der Antrag der Stadt Jülich ist nicht belast- und überprüfbar. Deshalb empfiehlt die Verwaltung, diesen abzulehnen.“

Kurz und knapp – jedenfalls in der Ratssitzung – ging der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen vor der Abstimmung zum angesprochenen Tagesordnungspunkt auf ein Schreiben ein, das die Titzer Verwaltung am 24. Juli erreicht hatte. Darin ging Bernhard Dolfus als Leiter der Musikschule der Stadt Jülich auf einen Antrag der dortigen CDU/SPD-Koalition ein. Die hatte vor der „finanziell prekären Situation der Stadt“ und dem dadurch „gefährdeten Bestand der Musikschule“ gefordert, der Schulleiter möge Kontakt zu den umliegenden Kommunen aufnehmen, „um über mögliche interkommunale Kooperationen zu sprechen“.

So auch mit der Gemeinde Titz, da nicht wenige Schüler aus der Landgemeinde die Musikschule in der Herzogstadt besuchen würden. Da zudem sowohl der Titzer Gemeindekindergarten, als auch die Primus-Schule Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert hätte, könne sich die Schulleitung vorstellen, „dass auch für die Gemeinde Titz der weitere Fortbestand der Musikschule sehr wünschenswert wäre“. Weiterhin erwähnt Dolfus, dass über die musikalische Grundbildung hinausgehende Angebote der Jülicher Musikschule nur kostendeckend und nur in Kooperation mit den Nachbarkommunen realisiert werden könnten“.

Warum Antrag vom Schulleiter?

Hatte schon der Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Schule und Sport den Antrag der Stadt Jülich – warum der vom Leiter der Musikschule gestellt wurde, hatte schon bei dem einen oder anderen Ausschussmitglied für Kopfschütteln gesorgt – nach eingehender Diskussion dem Gemeinderat empfohlen, den Antrag zunächst abzulehnen, folgte der Titzer Rat einstimmig der Beschlussempfehlung. Berbunden war das Votum mit dem Hinweis, dass die Verwaltung beaugtragt wird, bei der Stadt Jülich „beratungsfähige Informationen einzuholen.“

Dass die Angelegenheit zu einem späteren Zeitpunkt erneut zur Beratung vorgelegt wird, wurde gleichzeitig betont. Dass die Landgemeinde bereits den „Sachverstand“ des Städte- und Gemeindebundes NRW bemüht hatte, auch dies betonte Bürgermeister Frantzen. Der Städte-und Gemeindebund war zu der der Feststellung gelangt, dass zum einen das Angebot einer Musikschule zwar „keine Pflichtaufgabe“ ist, dennoch eine Musikschule interkommunal über einen Zweckverband betrieben werden könne. Im aktuellen Falle würde die Aufgabenerfüllung auf den Zweckverband übergehen, der durch mehrere Kommunen getragen würde.

Gleichwohl empfahl die Titzer Veraltung aufgrund des defizitären gemeindlichen Haushalts, von der Bildung eines solchen Zweckverbandes für „diese freiwillige Aufgabe“, abzusehen.

Der Bitte des Jülicher Schulleiters über „eine zeitnahe Rückmeldung“, folgte die Landgemeinde mit dem erwähnten Beschluss. Den werde man erst dann weiterverfolgen, „wenn überprüfbare Fakten und Zahlen vorliegen“, so ein Ratsmitglied.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert