Linnich - Hildegard von Bingen fasziniert Zuhörer in Linnich

Hildegard von Bingen fasziniert Zuhörer in Linnich

Von: Kr.
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Sie stellten Hildegard von Bingen vor: v. l. Heike Bobzin, Gudrun Kaschluhn, Marianne Lohmer und Marlene Mommertz. Foto: Kròl

Linnich. Sie war eine der größten Frauen der Weltgeschichte. Vieles von dem, was sie vor fast 1000 Jahren sagte und schrieb, hat heute noch Bestand. Hildegard von Bingen (1098 - 1179) war es, die einen schonenden und liebevollen Umgang mit der Natur forderte, die den Menschen ganzheitlich betrachtete und die in Gott nicht den strengen Richter, sondern ihn voll väterlichem Erbarmen sah.

Dieser großartigen, starken und auch warmherzigen Frau war die literarische Sonntagsmatinee gewidmet, zu der die VHS Jülicher Land und die katholische Bücherei St. Martinus in Linnich eingeladen hatten. Mit Gudrun Kaschluhn ging es auf die Spuren dieser wunderbaren Frau. Zu ihren Lebzeiten wurde sie schon als Heilige verehrt. Am 7. Oktober 2012 ernannte Papst Benedikt XVI. die „sancta Hildegardis Bingensis zur Kirchenlehrerin“ (Doctor Ecclesiae universalis).

Sie war ein vielseitig begabter Mensch, ungewöhnlich gebildet, beseelt von einem starken Forscherdrang, mutig und unerschrocken. Und so beleuchtete Gudrun Kaschluhn ihr Leben und Wirken als Mystikerin, Nonne, Dichterin, Naturforscherin, Ärztin, Komponistin, Äbtissin und auch als Theologin, Prophetin und Reformerin.

Als Frau hatte sie für die damalige Zeit ungeheuren Einfluss. Sie pflegte einen Austausch mit Päpsten, Fürsten und sogar Kaiser Barbarossa. Sie scheute sich nicht, ihnen die Meinung zu sagen. Erst mit ihrem 39. Lebensjahr begann sie zu schreiben, legte ihre Visionen dar, die sie schon seit ihrer Kindheit hatte. Selbst der Papst zitierte aus ihren Werken, und sie unternahm in einer Zeit, in der Frauen in der Kirche zu schweigen hatten, Predigtreisen. Sie war eine emanzipierte Frau in einer Männerkirche. Ihre Rolle als Kräuter-Apothekerin beleuchtete Heike Bobzin, selbst Drogistin. Den musikalischen Part – Hildegard von Bingen war auch eine große Komponistin — stellte Marlene Mommertz vor, Marianne Lohmer hatte Zitate aus ihren Texten ausgewählt. „Ist das nicht eine tolle Frau. Können Sie sich vorstellen, wie viel Freude es gemacht hat, diese Matinee vorzubereiten“, erklärte Gudrun Kaschluhn.

Die Adlige Hildegard wurde mit acht Jahren in ein Kloster gebracht. Dort lebte sie unauffällig bis 1136, als sie zur Äbtissin berufen wurde und begann 1141, ihre Visionen niederzuschreiben. Ihre Reliquien befinden sich in der Pfarrkirche von Eibingen.

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