Jülich - Herrlicher Chanson-Abend im Jülicher Rathaus

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Herrlicher Chanson-Abend im Jülicher Rathaus

Von: Hilde Viehöfer-Emde
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Walter Weitz begeisterte die Gästeschar im Alten Rathaus mit einer Fülle bezaubernder Chansons. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Die Ankündigung der VHS Jülicher Land war zu bescheiden. Der „kurzweilige Chanson-Abend“ im Alten Rathaus war bis zum Rand angefüllt mit herrlichen, bekannten und weniger bekannten Chansons. Walter Weitz wählte Lieder, die nicht nur musikalisch, sondern auch mit ihren Texten begeisterten.

In seinen Übersetzungen wurden auch 50 Jahre Geschichte lebendig. Gesellschaftskritisch, satirisch, politisch und schlicht amüsant waren die Geschichten, die erzählt wurden. Der Charme der französischen Sprache spiegelte sich in der Leichtigkeit der Melodien.

Es bedurfte kaum einer Aufforderung von Walter Weitz, die Chansons mitzusingen. Die zahlreichen Gäste beteiligten sich mit sichtlicher und deutlich hörbarer Freude an der Programmgestaltung. Unterrichtserprobt und mit pädagogischem Geschick führte der kabaretterprobte Lehrer auch durch schwierige sprachliche und musikalische Passagen. Für diejenigen, die mit der französischen Sprache noch nicht so sehr vertraut waren, gab es immer eine Übersetzung, die den Inhalt erschloss.

Das französische Lied hat sich in seiner Form gewandelt. Ursprünglich singbare Poesie, mal mit elegisch oder heiterem Inhalt, später Trinklied oder Liebeslied, so wurde das Lied Ende des 19. Jahrhunderts mehr den Chansonniers in den Kabaretts und den Revuetheatern zugeordnet.

Heitere, ironische, gesellschaftskritische und studentische Strukturen dominierten und berührten sich in Kabarettballaden und Liedern.. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Chanson-Ikonen wie Maurice Chevalier oder Edith Piaf von einer neuen Garde abgelöst, die auch an diesem Abend gehört und gesungen wurde. Für viele Zuhörer war es ein musikalisches Wiedersehen mit alten Bekannten.

Höhen und Tiefen der deutsch-französischen Freundschaft wurden bei „ Les noces d’or de Marianne et Michel“ besungen, arme verlassene Männer bei „Capris, c’est fini“ von Hervé Vilard bemitleidet. Französische Evergreens von Francoise Hardy wie „Tous les garçons et les filles“, „C’est si bon“ oder auch „Parlez moi d’amour“, schon von vielen gesungen und interpretiert, versetzten die singende Zuhörerschar in schwärmerische Nostalgie.

Weniger bekannte, schlichte Volkslieder mit eingängigen Re-frains folgten und hatten durchaus ihren eigenen Charme. Besonders beeindruckend und von bedrückend realistischem Inhalt war der Song „Chanson pour L’Auvergnat“, der von Landflucht aus der geliebten Berglandschaft erzählte.

Sogar Madame de Gaulle wurde zitiert, die sich gegen die Rundfunkausstrahlung des Liedes „Les jolies colonies de vacances“ über die französischen Ferienlager wehrte – der Song wurde daraufhin besonders oft ausgestrahlt. Zu Recht, denn der Inhalt prangert auf äußerst humorvolle Art die katastrophalen Missstände in den Lagern an.

Ein abschließendes Lied über die Jumelages (Partnerschaften) deutscher und französischer Städte beschloss einen sehr amüsanten Abend über Chansons und heitere Hintergrundgeschichten, präsentiert von einem charmanten Walter Weitz.

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