Herber Rückschlag in Linnicher Bemühungen um Malefinkbach

Von: ojo
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Die Bemühungen von Reiner Pri
Die Bemühungen von Reiner Priggen, hier mit dem Geologen Harald von Reis und dem grünen Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer (von rechts) hatten nicht Erfolg, den man sich in Linnich gewünscht hätte. Foto: Jonel

Linnich. Die Bemühungen der Stadt Linnich, den trocken gefallenen Malefinkbach wieder mit Wasser zu befüllen, haben einen herben Rückschlag erhalten.

Landesumweltminister Johannes Remmel hat in einem Schreiben an den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Dipl-Ing. Reiner Priggen, sinnbildlich den Stab über dem Malefinkbach gebrochen. „Bei einem über mehrere Jahrzehnte über Brunnen oder Einleitungen gespeisten Gewässer handelt es sich ... um ein hochgradig künstliches System.” Wenn Pumpen und „dauerhafter Energieeinsatz” nötig seien, um den Wasserfluss zu gewährleisten, entspreche das „nicht den Vorstellungen von einer ökologischen Fließgewässerentwicklung im Sinne der Förderrichtlinien.” Unter diesen Umständen, so der Minister weiter, sei „eine Förderung mit Landesmitteln für die Wiederbespannung des Malefinkbaches nicht möglich”.

Mehr erhofft

Nicht nur in den Fraktionen, sondern auch in der Verwaltung löste Remmels Schreiben Enttäuschung aus. Das Minister habe sich lediglich an der Position der Bezirksregierung orientiert. Enttäuscht zeigte sich Bürgermeister Wolfgang Witkopp aber auch von Priggens Vorgehensweise. Die Verwaltung habe weniger einer Anfrage auf rein formalem und verwaltungsmäßigem Weg erwartet, als vielmehr „eine politische Aktion”. Da sei ein negatives Ergebnis nicht überraschend.

In der nächsten Ausschusssitzung wird der Malefinkbach ordentlicher Tagesordnungspunkt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wie die Haltung der Landesregierung und der Bezirksregierung in Einklang zu bringen ist mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, wie von Christoph Barzen (Bündnisgrüne) aufgeworfen wunde.

Auch Priggen hatte diesen Aspekt aufgegriffen. Bezirksregierung und Landesregierung haben den Malefinkbach aber durch die Einstufung als künstliches Gewässer von einer nachhaltigen „Wiederherstellung möglichst naturnaher Gewässer” ausgenommen. Das will man in Linnich nicht unwidersprochen hinnehmen. „Es ist zwingend, dass die Europäische Wasserrahmenrichtlinie ausgeführt wird”, bezog Hans-Friedrich Oetjen (SPD) Position. Das Kapitel Malefinkbach ist also noch nicht abgeschlossen.
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