Heinz Tichlers wird 80: Bekenntnis zum Gymnasium

Von: rb
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Auch im Ruhestand sitzt Heinz Tichlers noch an seinem Schreibtisch in Mersch und grübelt über Mathe-Aufgaben.

Mersch. Heinz Tichlers hat es nie bereut, nach Jülich zurückgekehrt zu sein, obwohl manche Stimmen behaupteten, es täte seiner Karriere nicht gut. Tichlers aber machte Karriere - am Gymnasium Zitadelle. 14 Jahre lang bewältigte er als Schulleiter diverse Probleme und Konflikte.

Am Freitag feiert er seinen 80. Geburtstag und blickt zufrieden auf seine Jugend, seine Studienzeit und seine Zeit am Gymnasium Zitadelle zurück.

Geboren wurde Heinz Tichlers 1930 als jüngstes dreier Kinder in Freialdenhoven. 1939 zog die Familie nach Kirchberg, 1944 wurde seine Schule geschlossen. Die Familie wurde zwangsevakuiert, kehrte aber schon 1945 nach Kirchberg zurück. Danach konnte es dem Jungen nicht schnell genug gehen. Er übersprang eine Klasse und machte 1951 Abitur. Warum er sich anschließend für den Lehrerberuf entschied? „Mein Vater, der selbst Lehrer war, hat mich beeinflusst.”

In Köln studierte er Mathematik und Physik. Nach seiner Referendarzeit arbeitete er in Düsseldorf. „Die Fahrerei hat mich irgendwann fertig gemacht,” gibt Tichlers zu. Das Angebot, Studienrat in Jülich zu werden kam 1963 wie gerufen. Nachdem er 1968 zum Oberstudienrat und 1972 zum Studiendirektor befördert wurde, übernahm er 1976 das Amt des Schulleiters.

„Ich wusste, dass ich die Schule in einer schlimmen Phase übernommen hatte”, sagt Tichlers. Es herrschte großer Lehrermangel. 34 Aushilfslehrer ohne pädagogische Ausbildung gehörten seinem Kollegium an. „Vollausgebildete Lehrer mussten her!”

In den nächsten Jahren war er damit beschäftigt, zugewiesene Lehrer zu beurteilen, einzustellen oder wieder zu entlassen. Hinzu kamen die Raumprobleme Ende der 70er, die nur durch viele Verhandlungen und Kompromisse gelöst werden konnten. Trotzdem findet Tichlers: „Es war ein friedlicher Verlauf, ich blicke gerne auf diese Zeit zurück.”

1990 trat der Lehrer in den Ruhestand. Er verfolgt immer noch die Diskussionen über das Bildungssystem. „Die Gymnasien dürfen auf keinen Fall abgeschafft werden”, findet er. „Aber Kopfnoten sind eine sehr gute Idee.” Oft habe er miterleben müssen, wie Kollegen von Schülern regelrecht gequält wurden. „Kopfnoten veranlassen dazu, sich gut zu benehmen.” Versäumt wurde seiner Meinung nach die Einführung der Ganztagsschule in den 80ern.

Auch seine große Leidenschaft, die Mathematik, begleitet ihn weiterhin. Gerne verbringt er seine Zeit damit, sich Aufgaben auszudenken. Sein Enkel studiert im vierten Semester in Aachen. „Ich kann ihm oft in Sachen Mathe helfen”, schmunzelt der zweifache Großvater.
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