Heinkel-Kabinenroller surrt durch Inden

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Surrt am Freitag durch Inden: das E-Oldie des RWE, ein Heinkel-Kabinenroller. Foto: RWE

Inden/Altdorf. Sie ist klein, himmelblau, hat drei Räder und fährt elektrisch: Die Heinkel-Elektrokabine von RWE Deutschland zieht Blicke auf sich. Und sie dient einem guten Zweck.

Am Freitag, 21. Juni, macht das kleine Auto von halb zehn bis halb drei in vier verschiedenen Kindergärten und Kindertagestätten in der Gemeinde Inden halt, um Kuscheltiere für hilfsbedürftige Kinder einzusammeln.

Zunächst startet der Oldtimer im Ortsteil Schophoven an der Kindertagesstätte St. Barbara. Anschließend besucht er die Kindertagesstätte „Villa Sonnenschein“ in der Talstraße in Inden, ehe er zum Kindergarten „Peppino“ in Lamersdorf weiterfährt. Zum Abschluss macht er Halt an der Kindertagesstätte „Räuberhöhle“ in der Geuenicher Straße.

Spenden in Schophoven

Am 22. Juni ist das kleine Auto ab10.30 Uhr in Inden-Altdorf anlässlich des Jugend- und Kinderaktionstages (JuKi)-Aktionstages am Festplatz, Straße „Auf dem Driesch“ zu sehen. Auch hier können die Bürgerinnen und Bürger von Inden Kuscheltiere spenden.

Der Oldie setzt damit seine in 2012 gestartete Tour Richtung Rheinland, Bergisches Land und Siegerland fort und macht sich stark für die Kleinen.

Im vergangenen Jahr sammelte er in Rheinlandpfalz rund 8 500 Stofftiere für hilfsbedürftige Flüchtlingskinder. Dieses Jahr gibt RWE die gesammelten und anschließend gereinigten Stofftiere an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder e.V.“, der sie an Kinderheime und Kinderkrankenhäuser in Rumänien verteilen wird.

Bei der Sammelaktion in den Kindergärten der Region hilft jede Stofftierspende doppelt: RWE spendet für jedes abgegebene Stofftier einen Euro an die Langerweher Tafel. Wer möchte, kann Hase, Igel oder Teddy auch mit einem Gruß an das beschenkte Kind versehen.

Rund 30 junge Leute, die am RWE-Standort Rauschermühle eine Ausbildung zum Betriebselektroniker absolvieren, haben das Auto aus dem Baujahr 1963 in ein Elektroauto umgebaut und gehen jetzt mit ihm auf Tour.

An den Stationen erklären sie, wie sie die Original-Karosserie zum High-Tech-Auto mit MP3-Musikspieler umbauten. Der himmelblaue Kabinenroller knattert nicht mehr mit einem Zylinder, er surrt nur noch leise.

Das dreirädrige Fahrzeug war in stark restaurierungsbedürftigem Zustand in Schweden aufgestöbert worden. Eineinhalb Jahre Tüftelei waren nötig, um es auf den neuesten Stand zu bringen

Dabei wurde der kleine Einzylindermotor des Oldtimers entfernt und durch einen modernen Scheibenläufer-Elektromotor ersetzt, der die Heinkel-Kabine auf bis zu 87 km/h beschleunigt. Mit computergesteuerter Bordelektronik und einem Lithium-Eisen-Phosphat-Akku haben die Azubis den Roller schließlich auf den Stand der heutigen E-Mobil-Technik gebracht. Dank seines geringen Gewichtes von nur 360 Kilo hat die Elektrokabine eine Reichweite von 100 Kilometern.

„Mit dem Fahrzeug wollen wir für die Elektromobilität werben und zeigen, was die neue, umweltfreundliche Technik heute alles kann“, sagt Tobias Post vom Entwicklungsteam „E-Oldie“.

Auch zur Ausbildung stehen die jungen Leute Rede und Antwort. Damit bringen sie Elektromobilität einem breiten Publikum näher und feiern gleichzeitig ein besonderes Jahr, denn der E-Oldie wird 50 Jahre alt.

Die Heinkel Kabine wurde 1956 als erster Pkw der Ernst Heinkel AG, Stuttgart-Zuffenhausen, herausgebracht. Das Dreirad hatte einen gebläsegekühlten Einzylinder-Viertaktmotor mit OHV-Ventilsteuerung und 175 Kubikzentimetern Hubraum, der 9,2 PS bei 5500/min leistete und seine Kraft über ein Vierganggetriebe an das einzelne Hinterrad weiterleitete.

Lenkrad fest montiert

Im Gegensatz zur BMW Isetta, der „Knutschkugel“, die 100 Kilogramm schwerer war, ist die Lenksäule fest montiert und schwenkt nicht mit der Tür nach außen. Zwei Erwachsene und zwei kleinere Kinder haben Platz.

Der Flugzeugkonstrukteur Ernst Heinkel (1888 - 1958) versuchte nach dem Untergang des „Drittes Reichs“ 1950 in Zuffenhausen einen Neustart mit der Produktion von Motoren. Ab 1953 wurden Motorroller gebaut, darunter der „Heinkel Tourist“. Dann kamen die Kabinenroller hinzu.

1957 wurde der Typ 153 nach 6438 Exemplaren eingestellt, 1958 auch der Nachfolgetyp Typ 154 nach 5537 Exemplaren.

„Keine Gurte, keine Kopfstützen, keine Knautschzone, kein Seitenaufprallschutz – hier wird noch gestorben wie ein Mann“, scherzen Oldtimer-Fans.

Mehr Informationen unter www.rwe-eoldieontour.de.

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