Jülich - Hayden-Aufführung: Quartet erntet viel Applaus in Schlosskapelle

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Hayden-Aufführung: Quartet erntet viel Applaus in Schlosskapelle

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Applaus ist des Musikers Lohn: Hans Otto Horch, Susanne Trinkaus, Jalkin Aksoy und Arabella Rispenpart wurden reichlich belont. Foto: Emde

Jülich. Joseph Haydns veröffentlichte sein Werk „ Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ Anfang 1787. Ursprünglich wurde das Werk für Quartett in der Kirche aufgeführt. In der Jülicher Schlosskapelle erklang die Komposition von Haydn in genau dieser Fassung.

Die Worte Jesu am Kreuz wurden zitiert und interpretatorisch auch auf das Leid Jesu und das Leid aller Menschen bezogen, denen Unrecht, Folter und gewaltsamer Tod widerfährt.

Die „Zeitgenössischen Betrachtungen zu den sieben letzten Worten unseres Erlösers am Kreuze von Joseph Haydn“, verfasst von Walter Jens, wurden jeweils zwischen den entsprechenden Sätzen von Bernhard Wallerius vorgelesen.

Hans Otto Horch (1. Violine), Susanne Trinkaus (2. Violine), Jalkin Aksoy (Viola) und Arabella Rispenpart (Violoncello) brachten den musikalischen Part zu Gehör.

Musikalisches Erdbeben

Die Vergegenwärtigung der Worte Jesu ist eingebettet in eine „L´Introduzione“, eine Einleitung, die auf die Thematik einstimmt, und ein „ il terremoto“, ein musikalisches Erdbeben, das den sieben Worten und den sieben Sonaten folgt.

Die Worte stehen für sich und regen zum Nachdenken an, die stumme Meditation gehört unabdingbar zur Aufnahme der Musik hinzu. Von großer Intensität ist Haydns Werk, eine kompositorische Meisterleistung, in der er die bedeutungsschweren Worte musikalisch in sieben langsamen Sätzen umsetzt. Mit besonderer Intensität kann der Zuhörer bei aufmerksamem Zuhören den schlichten Streicherklang mit den Worten des Gekreuzigten verbinden, Qual und Verlassenheit, aber auch die Hoffnung und das Vertrauen in Gott erspüren.

Die d-moll-Introduktion lässt Jesus nicht nur als den Leidenden erscheinen, sondern beschwört ihn auch als den König und Triumphator. Die sanfte Zwiesprache zwischen Jesus, Maria und Johannes, hohes Pathos und vertrauter Gebetston finden mit der Wahl der Tonarten Ausdruck und Vertiefung. Die Beziehung zwischen dem lateinischen Bibelwort und der Themenfindung in den Sätzen wird deutlich und verständlich, zumindest am Anfang jeden Themas.

Die tief emotionalen, aber schlichten Worte Jesu, die uns seit Kindertagen vertraut sind und zur Karwoche und ihren Traditionen gehören, öffneten die Zuhörer für die meditativen Klänge. Auch der zeitenübergreifende Kontext der interpretierenden Worte berührte tief und überbrachte klar die christliche Botschaft der Nächstenliebe und des Vergebens und die Hoffnung auf Frieden.

Das Streichensemble musizierte engagiert und in gutem Klang. Die emotionalen Elemente wurden deutlich herausgearbeitet. Anerkennend großer Applaus war den Akteuren nach diesem meditativen Konzertabend sicher.

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