Haus Overbach neu aufgestellt

Von: Antonius Wolters
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Herrliche Anlage: Der neue Ges
Herrliche Anlage: Der neue Geschäftsführer Ralf Stutzke hat große Pläne für die künftige Nutzung des weitläufigen Innenhofs von Haus Overbach, im Hintergrund die Klosterkirche. Foto: Wolters

Barmen. Ralf Stutzke ist Pionier und Rarität zugleich, denn erstmals haben die Oblaten des heiligen Franz von Sales im vergangenen Jahr die Geschäftsführung von Haus Overbach keinem Ordensmitglied übertragen, sondern einem Mann aus der Wirtschaft, der reichlich Erfahrung im Personal- und Finanzmanagement mitbringt, religiös allerdings anders orientiert ist.

„Ich lerne gerade die katholische Kirche kennen”, bekennt der 45-jährige gläubige Protestant, der mit seiner Familie, zu der auch zwei acht und zehn Jahre alte Kinder gehören, in Düsseldorf wohnt. Von Hause aus Diplom- und Sport-Psychologe sowie Handwerker im Bereich Haustechnik war Ralf Stutzke zehn Jahre lang in der Geschäftsleitung diverser Firmen tätig.

Erfahrung im Bildungsbereich

Seit 1995 arbeitet er im Bildungsbereich, bevor ihn eine deutschlandweit tätige Personalberatung nach Barmen gelockt hat. Hier ist es seine vornehmste Aufgabe, das Traditionshaus in eine neue Zeit zu führen, sowie durch Reorganisation und Umstrukturierung die Effizienz zu erhöhen. Dabei gehe es nicht um eine Gewinnsteigerung, sondern um eine Minimierung der Verluste, sagt der neue Manager, der am 1. Juli vergangenen Jahres seine Aufgabe begonnen hat.

Seitdem wird der vielgliedrige Organismus namens „Haus Overbach” von einem Triumvirat geleitet: Neben Ralf Stutzke sind das Pater Josef Költringer als neuer Hausoberer des Ordens und Heinz Lingen, Schulleiter des Gymnasiums Haus Overbach. Mit insgesamt rund 120 Mitarbeiter, davon etwa 50 außerhalb der Schule, hat Haus Overbach etwa die Größe eines mittelständigen Unternehmens, zu dem unter anderem das Science College, Internat, Singschule, Verwaltung sowie der Gäste- und Tagungsbereich gehören.

Kern des langfristigen Konzeptes, das sich der Orden vorgenommen hat, ist die Einrichtung des Franz von Sales-Kollegs, für das tief in die Tasche gegriffen wird: Rund drei Millionen Euro werden im laufenden Jahr investiert, um das derzeitige Internatsgebäude durchgreifende zu sanieren. Baubeginn für dieses Vorhaben ist im März.

Die neun verbliebenen Internatsschüler, die noch bis zum Sommer in Barmen untergebracht sind, ziehen abschließend ins Overbacher Schloss, das über rund 20 Betten verfügt. „Das wird spannend”, fiebern Schüler und Geschäftsleitung der Unterbringung der „Schlossgespenster” schon entgegen. Im September werden sie von 20 bis 30 Kollegiaten abgelöst, die etwa vier Monate das Schloss beziehen, bevor sie ab März 2013 in das kernsanierte Kolleggebäude wechseln, das bestens ausgestattet sein wird. Neben diesem Bauprojekt im Kernbereich der weitläufigen Anlage mit Kloster, Kirche, Schule, Aula, Sportstätten, Science College und ausgegliederten Kunsträumen, der Ralf Stutzke in Atem halten dürfte, wurde eine „Vision 2020” entwickelt, die in den kommenden Jahren mit Leben erfüllt werden soll.

Reihe startet im Sommer

Schon sehr konkret sind die Überlegungen für eine Veranstaltungsreihe im Spannungsfeld von Kultur, Kunst und Musik, die im kommenden Sommer starten soll, „damit die Leute sehen, was wir hier tun.” Zu bewährten Veranstaltungen wie Live Musik Live und der traditionsreichen Overbacher Kirmes soll etwa ein „Tag der Kunst und Musik” kommen. Den riesigen Innenhof zwischen Schloss, Klosterkirche und künftigem Kolleggebäude sieht Ralf Stutzke als ideales Ambiente für solche Veranstaltungsformen an. In Kooperation mit Singschule und Gymnasium ist auch bereits ein Musical-Projekt angedacht worden.

Weitere Visionspfeile im Köcher, die von der besonderen Atmosphäre und der Infrastruktur von Haus Overbach profitieren würden, sind Seminare für Familien mit Übernachtungsmöglichkeit, Ökumenische Projekte wie die „Nacht der Kirchen”, oder Salesianische Fortbildungen. Mit Pater Josef Költringer ist schließlich ein Novizenmeister des Ordens als Hausoberer nach Overbach gewechselt, der hier die salesianische Idee vermitteln könnte.

Die Einrichtung von Kursen in den Bereichen Yoga und anderen Entspannungstechniken sowie Kooperationen im Themenfeld Gesundheitsförderung stehen ebenfalls auf der Agenda wie geförderte Bildungsmaßnahmen für benachteiligte bzw. förderungswürdige Jugendliche, denen berufsvorbereitende Maßnahmen im Garten- und Landschaftsbau bzw. Hauswirtschaft und Küche angeboten werden. Etabliert werden soll Haus Overbach auch als außerschulischer Lernort. In diese Richtung zielt die Programmplanung des Science College als Jugend- und Bildungsinnovationszentrum, das Workshop-Angebote für Grundschulen, MINT-Kurse als Schulausflug oder spezielle Kurse im Bereich der Naturwissenschaften auch an Feiertagen oder in den Schulferien vorsieht.

Beim Organisieren seiner Angebote im Spannungsfeld von Kirche, Wirtschaft und Wissenschaft setzt Haus Overbach auch und vor allem auf seine Partner und das riesige regionale Netzwerk, das Institutionen wie FH, Forschungszentrum, RWTH, Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt den Assoziiertenkreis und die große Schar der „Ehemaligen” umfasst.

Das Leben neu gestaltet

Für Ralf Stutzke, der sich selbst als Allrounder bezeichnet, gibt es also manigfaltige Möglichkeiten, seine Kenntnisse und Fähigkeiten an Mann oder Frau zu bringen. Er sei ruhiger geworden und wolle sein Leben neu gestalten, sagt der Geschäftsführer, der in Haus Overbach die Möglichkeit sieht, christliche Werte, Nachhaltigkeit und seine Idee von sinnvoller Arbeit im beruflichen Alltag mit Leben zu erfüllen und seiner Kollegenschaft zu vermitteln
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