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Hastenraths Will: Comedy unterm Tannenbaum

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Hastenraths Will
Hastenraths Will philosophiert mit Irrwitz. Foto: Jagodzinska

Jülich. Bevor der „erfolgreiche Landwirt und (s)charismatische Ortsvorsteher“ Hastenraths Will im vollbesetzten Saal des KuBa programmgemäß „auspackte“, hatte er schon am Jülicher Schwanenteich Halt gemacht. Er zeigte sich fasziniert vom Jülicher Pelikan.

Was, wenn er sich mit dem Plastikschwan paart? Im weihnachtlich geschmückten Bühnenambiente widmete sich der beliebte Comedian allsdann voller Vorfreude und Irrwitz der Weihnachtszeit. In Arbeitskleidung, Käppchen und Gummistiefeln, nicht selten einen „Düschardeng“ schlürfend, philosophierte er über Anmache, Beziehungen, Mottopartys, Wünsche und Geschenkideen, vor allem für seine „pragmatische Frau“.

Dabei punktete der Humorist, den einfältigen Bauern mimend, sogleich mit seiner fehlerhaften Grammatik, der urkomischen Verfremdung häufig angewandter Fremdwörter und einer großen Portion Zweideutigkeit. „Einmal im Leben mit de transsexuelle Eisenbahn nach Sibirien fahren“, sei zum Beispiel sein Lebenstraum. Im Gepäck hatte er auch etliche schräge Ratschläge: „Bevor man eine Frau küßt, einfach mal die Zigarre aus dem Mund nehmen. Auf so Kleinigkeiten stehen Frauen“.

Zwischendurch zeigte er sich romantisch. Weihnachtslieder wurden eingespielt und er selbst griff zur Blockflöte, die „für ihn unter jeden Weihnachtsbaum gehört“. Sein engelsgleiches Flötenspiel erwies sich allerdings als vermeintlich enthülltes Playback. Hastenraths Will bezog einen alten Bekannten in seine lachkrampfgefährdeten Ausführungen mit ein: „Womanizer“, aber auch Heimatdichter „Schlömer Karl-Heinz“, Experte auf fast allen Ebenen.

Der Komiker philosophierte über Kindererziehung und unterschiedliche Erziehungsansätze und erklärte ganz nebenbei Einsteins Relativitätstheorie: „Wenn man janz jemütlich mit de Zeitung auf dem Klo sitzt, hat man ein anderes Zeitempfinden, als wenn man vor de Klotür steht und wartet, dat man drankommt“. Nicht nur bei der heute wichtigsten aller Weihnachtsfragen: „Wer nimmt Omma?“ kam sogar unterschwellige Gesellschaftskritik auf.

Überlegenswert scheint auch seine Feststellung: „Dat furchtbare Weihnachten von heute ist de jute alte Zeit von morgen!“ Zur Pause ließ sich Hastenrath von Techniker Thorsten den Frack anlegen, um eine „längst vergessene Perle aus dem Knöchelverzeichnis“ gemeinsam mit dem Publikum anzustimmen. Das feierlich angekündigte „Lied von der rheinischen Weihnacht“ endete eher als karnevalistischer Posse mit „Heidewitzka und Opsassa“.

Nach der Pause beglückwünschte der Humorist überraschend das Geburtstagskind „Nadia“ und schenkte ihr seine neueste CD. Auch das Publikum brachte ihr ein Ständchen. Auf Tuchfühlung mit den Gästen stellte sich auch heraus, dass ein Turnverein mit Hastenraths Wills Programm seine Weihnachtsfeier gestaltete. Glücklich erzählte der Humorist von seinem angeblich zweiten Standbein als Regisseur eines Krippenspiels.

Was stimmungsvoll begann, artete – zur Freude des begeisterten Publikums – erneut aus, mit dem „modernen Kirchenlied: Zehn nackte Frisösen“. Hastenrath befasste sich nunmehr mit Facebook und Twitter, der GEZ als Top-Spion und Silikonbrüsten mit TÜV-Plakette als Erotikkiller. Abschließend griff er nochmal auf Schlömer Karl Heinz zurück, Sieger eines irrwitzigen Blitzmarathons. Ihn pries er als Vorbild für jemanden an, der niemals aufgibt. Das Publikum spendete nach einem äußerst vergnüglichen Abend begeisterten Applaus.

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