Haselmäuse werden von Hambach an Indeaue umgesiedelt

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Aldenhoven. In seiner dunklen, feuchten Erde birgt er zahlreiche Pflanzensamen, Wurzelstücke, Käfer und andere Kleintiere: der Waldboden aus dem Vorfeld des Tagebaus Hambach.

Seit Mittwoch bringt das Rekultivierungs-Team der RWE Power nach Abstimmung mit der Umweltbehörde des Kreises Düren 450 Kubikmeter des artenreichen Waldbodens an das Hochufer der Inde, wie das Unternehmen mitteilt. „Dort wird die Erde helfen, die Besiedlung der bewaldeten Böschungen zum Indetal mit Arten aus den alten Wäldern anzureichern“, erklärt RWE Power-Biologe Ulf Doworschak. Darüber freut sich ein Waldbewohner ganz besonders: die Haselmaus.

Durch die Aktion wird der Wald an der Inde als Lebensraum für die in Nordeuropa selten gewordenen Nager verbessert – auch durch die Ansiedlung von Brombeeren, deren Früchte die knapp 15 Zentimeter kleinen Tiere gern fressen.

An der Indeaue entstehe so ein optimales Zuhause für Haselmäuse, in das sie aus dem Vorfeld des herannahenden Tagebaus Hambach umgesiedelt werden. „Auf der Sophienhöhe hat sich schon durch natürliche Wiederbesiedlung die wahrscheinlich höchste Dichte an Haselmäusen in der ganzen Region entwickelt. Daher bringen wir die Tiere mitsamt ihren Haselmauskästen in die noch unbesiedelte Indeaue.

Dort haben sie dann ideale Bedingungen, um eine neue Population zu gründen“, so Dworschak. Entlang des Wanderwegs in den Böschungen der Indeaue hängen mittlerweile über 100 Nistkästen. Sie sehen wie Vogelhäuschen aus, werden aber mit dem Loch zum Baumstamm aufgehängt und bieten den Haselmäusen optimale Rückzugsmöglichkeiten, um ihren Nachwuchs aufzuziehen.

An etwa 60 Punkten südwestlich von Aldenhoven, entlang des landwirtschaftlichen Wegs und der Böschungsoberkante der Inde, wird der alte, artenreiche Boden aufgetragen. Auf der Sophienhöhe ist dieses Verfahren seit vielen Jahren im Einsatz – laut RWE mit gutem Erfolg: Buschwindröschen, Maiglöckchen, Waldveilchen und der Vielblütige Weißwurz hätten so den Weg in die neuen Wälder zurück gefunden.

Mit dem Erdauftrag an der Indeaue werde jetzt erstmals über den unmittelbaren Bereich des Tagebaus Hambach hinaus Waldboden in die forstliche Rekultivierung verbracht, erklärt der Bergbautreibende.

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