HAP Grieshaber hat Spuren hinterlassen

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Jesus stirbt am Kreuz: Die 12. Station gehört zum Kreuzweg aus der Werkstatt des bekannten Künstlers HAP Grieshaber. Die Holzschnitte hängen seit 26. März 1972 in der Saleskirche. Foto: Wolters

Jülich. Die Kunstwelt in Deutschland hat am Wochenende HAP Grieshaber gedacht, der am Sonntag 100. Geburtstag gefeiert hätte. Die Post würdigt den wohl bedeutendsten Vertreter auf dem Gebiet des Holzschnitts sogar mit einer Sondermarke.

Aber nur wenige wissen, dass der 1981 gestorbene HAP Grieshaber auch in der Herzogstadt Spuren hinterlassen hat. Das sicher wertvollste Teil des Inventars der Saleskirche im Nordviertel ist der „Kreuzweg der Versöhnung” aus der Werkstatt Grieshabers. Dessen Einweihung am 24. März 1972 wurde so auch zum kirchlich-kulturellen Ereignis für Jülich.

Der süddeutsche Künstler hatte die 14 farbigen Bilder für die Schlosskirche von Bruchsal geschaffen und der Versöhnung mit dem polnischen Volk gewidmet. So hatte Grieshaber bei der Gestaltung die Kreuzwegbetrachtung von Stefan Kardinal Wyszynski, Primas von Polen, zugrunde gelegt. Es war auch die Zeit, als die deutschen Bischöfe ein Versöhnungsschreiben an das polnische Episkopat richteten.

Da die Bilderfolge wegen der knappen, symbolischen Zeichensprache Grieshabers nicht leicht verständlich sind, führte der damalige Kaplan Heinz-Josef Lambertz aus Rheydt in den Sinn des Kreuzweges und der einzelnen Stationen ein. In Form eines kleinen Heftes ist diese Interpretation der Pfarre bis heute erhalten geblieben. Lambertz hatte sich zuvor auch besonders dafür eingesetzt, dass der Bilderzyklus, der sich harmonisch in den Stil der modernen, achteckigen Kirche einfügt, den Weg nach Jülich gefunden hat.

Die vom damaligen Vikar Franz Tissen verbreitete Version, der „Kreuzweg der Versöhnung” sei der Vikarie St. Franz von Sales - die Erhebung zur Pfarre erfolgte erst im Sommer ´72 - vom Bistum als Dauerleihgabe überlassen worden, lässt sich wohl nicht mehr halten. Entsprechende Zweifel formuliert auch der inzwischen verstorbene Norbert Thiel bereits 1997 in seinem Beitrag zum Silbernen Pfarrjubiläum. So liegt bis heute im Nebel der Geschichte, wie es gelang, dass ein bedeutendes Werk von HAP Grieshaber die Saleskirche schmückt.
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