Hansenkreuz: Mehr als 1000 Stunden restauriert

Von: ptj
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„Das Kreuz, an dem Christus für uns gestorben ist, ist das Wichtigste”: Pfarrer Stefan Bäuerle segnet das restaurierte Hansenkreuz inmitten der Kreuzanlage ein. Foto: Jagodzinska

Gevenich. „Man legt heutzutage Wert auf das richtige Kreuz. Das Kreuz, an dem Christus für uns gestorben ist, ist das Wichtigste”, fand Pfarrer Stefan Bäuerle den roten Faden vom Wahlsonntag zur feierlichen Einsegnung des Hansenkreuzes in Gevenich.

Doch zuvor pilgerte die Barbarabruderschaft singend und Rosenkranz betend in Prozession mit Pastor und einigen Gläubigen aus Nachbarorten zur Kapelle der Dorfheiligen an der Landstraße und wieder zurück. An der zuletzt 1996 restaurierten weißen Barbarakapelle im maurischen Stil, für deren Pflege der 2001 gegründete Barbara-Kapellenverein sorgt, wurde eine kurze Andacht gehalten.

Einer alten Chronik nach soll dort bereits 1344 eine Kapelle zu Ehren der Heiligen gestanden haben, also noch vor Gründung der Barbarabruderschaft 1356. Die Märtyrerin St. Barbara wird als Nothelferin und Patronin der Sterbenden verehrt, so bezogen sich die Gebetsanliegen vor allem auf die Treue im Glauben und den Empfang der Heiligen Kommunion in der Sterbestunde. Auf dem Rückweg wurde am restaurierten Hansenkreuz in einer etwa 150 Quadratmeter großen Anlage Halt gemacht.

Das Kreuz ehrt die beiden Priester Johann Reiner Hansen und seinen Onkel Walter Hubert Reiner Hansen. Besonders Ersterem habe die Pfarr- und Zivilgemeinde Gevenich einiges zu verdanken, wie Vereinsvorsitzender Manfred Molls in Erinnerung rief: Hansen wurde 1852 in Gevenich geboren und empfing seine Priesterweihe als Folge der Maigesetze (Kulturkampf unter Bismarck) in der Privatkapelle im erzbischöflichen Palais in Köln.

Weil er in den damaligen „Rheinlanden” nicht als Priester eingesetzt werden durfte, verrichtete er seinen Dienst 14 Jahre lang in Regensburg. 1889 kehrte Hansen erkrankt nach Gevenich zurück. Neben seiner Tätigkeit als Rektor und Privatgeistlicher verrichtete er an der Wallfahrtskapelle Ralshoven priesterlichen Dienst, war schriftstellerisch tätig und forschte in historischen Archiven. Er veröffentlichte unter anderem eine Fortsetzungsfolge über die Barbarabruderschaft in der Heimatzeitung und eine bemerkenswerte Chronik über das Leben in Gevenich.

Der Barbara-Kapellenverein beschloss 2008 die Restaurierung der in desolatem Zustand befindlichen Kreuzanlage auf seine Kosten. Das Kreuz stiftete Familie Hansen 1908, die Kreuzanlage war eine Schenkung der Erben der ehemaligen Besitzerin Lucia Völlgen. Unter Bauleitung von Konrad Steffens sen. beteiligten sich erfreulich viele Männer in mehr als 1000 Stunden dauerndem Arbeitseinsatz an der Restaurierung.

„Dank großzügiger Spenden konnte die Vereinskasse geschont werden”, bedankte sich Molls. Dank gebührt auch dem Bauhof für die Herrichtung des Wegen und die Drainage durch Versickerungsschächte, wie Heinrich Kieven nicht unerwähnt lassen wollte.
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