Jülich - Hamit Halili: In Jülich ist er jetzt zu Hause

Hamit Halili: In Jülich ist er jetzt zu Hause

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Mit dem Schneemann im Garten: Seit drei Jahren ist der Jülicher Hamit Halili deutscher Staatsbürger. 1968 kam er aus dem Kosovo nach Deutschland. Foto: Diels

Jülich. Drei Monate die Verwandtschaft seiner Frau in Kroatien mit einem Besuch beglücken, drei Monate im Ferienhaus in seinem Heimatdorf in Albanien verbringen und schließlich nach Jülich zurückkehren. So stellt sich Hamit Halili (64) sein Leben als Rentner vor.

Und so lebt der Mann es auch, der 1968 aus dem Kosovo nach Deutschland ausgewandert ist. „Mit meinem deutschen Reisepasses fahre ich überall hin”, sagt er sichtlich glücklich über seine Reisefreiheit. „Ohne diesen Pass hätte ich Probleme, durch Österreich, Slowenien, Kroatien und Serbien zu reisen”, sagt er, holt seinen Personalausweis aus dem Portemonnaie und zeigt auf das Ausstellungsdatum: 25. Januar 2007.

Halili wohnt mit seiner Frau Dora, den beiden Söhnen, Schwiegertochter und zwei Enkeln unter einem Dach. Seine Tochter ist mit Ehemann und drei Kindern zwei Häuser weiter eingezogen. „Bei uns wohnt man so eng zusammen”, sagt er als er im Wohnzimmer seines Jülicher Hauses vor dem Kaminfeuer sitzt und seine Schwiegertochter ihm eine Tasse Kaffee bringt. Sie nennt ihn Papa. Nebenan in der Küche stickt seine Frau Dora an einem großen Wandbild mit buntem Garn.

Dora Halili ist Kroatin, sie hat keinen deutschen Pass. Ihr Mann besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft seit drei Jahren. Die drei Kinder (38, 32, 28) sind schon länger eingebürgert. Der älteste Sohn ist seit 1990 deutscher Staatsbürger. „Sonst hätte er in den Krieg ziehen müssen”, sagt Hamit Halili.

Er kennt viele Gründe, die für eine Einbürgerung sprechen. Trotz der abschreckenden 255 Euro Gebühr, die fällig wird. „Mit deutschen Pass fühlt man sich sicherer, was die Betreuung im Krankheitsfall angeht”, sagt er. Und für junge Menschen sei der Pass wichtig, um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu bekommen.

„Und mit deutschem Pass gelingt die Integration leichter”, ist er überzeugt. „Nicht nur mit der deutschen Sprache.” Durch das Küchenfenster blickt seine Frau auf einen Schneemann. Den hat ihr Mann im Garten mit seinen Enkeln gebaut und ihm einen Hut aufgesetzt. „Ich spiele sehr gerne mit meinen Enkeln”, sagt er und betont: „Sehr gerne.”

Seine Familie fühle sich in Jülich zu Hause, sagt Halili. Von Anfang an sei man ihm mit Respekt begegnet. „Ich habe nie eine Beleidigung erlebt in Deutschland”, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin überall beliebt.” In seinem Freundeskreis, der überwiegend aus Deutschen bestehe, und bei seinen ehemaligen Arbeitskollegen.

Hamit Halili ist ein freundlicher Mensch. Er erzählt gerne und lacht viel. Vielleicht hat ihm das geholfen, sich zu integrieren. Die größte Hürde war für Halili die Sprache. „Ein, zwei Jahre hat es gedauert, dann haben wir zusammen gefeiert.”

Halilis Tipp für junge Einwanderer? „Man muss nicht seine eigene Religion und Mentalität vergessen, aber die deutsche Kultur respektieren und mitmachen.” Dazu gehöre, dass Deutsche jedes Gesetz respektierten. Und wenn sich Beamte hierzulande nicht bestechen ließen wie in anderen Ländern, müsse man sich daran halten. Ist Hamit Halili ein Mann für den Jülicher Integrationsrat? „Nein”, sagt er und winkt bescheiden ab. Er will nicht kandidieren. „Ich versuche, jemand Junges reinzubringen.”
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