Halbes Asylbewerberheim in Selgersdorf ist gesperrt

Von: ahw
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An den Fenstern in der oberen Etage hängen keine Gardinen mehr: Das Obergeschoss des Asylbewerberheims in Selgersdorf ist von den Bewohnern inzwischen geräumt worden. Foto: Wolters

Jülich. Die Nachricht des Brandschutzsachverständigen erreichte das Sozialamt der Stadt Jülich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Während sich die Mitarbeiter der Behörde auf eine vermehrte Zuweisung von Asylbewerbern einstellten, wurde Ende November vergangenen Jahres bekannt, dass die obere Etage des Asylbewerberheims am Ortseingang von Selgersdorf nicht mehr für die Unterbringung dieser Personengruppe benutzt werden darf.

Der Grund sind auf dieser Etage eingebaute Trennwände, die nicht der vorgeschriebenen Feuerwiderstandsklasse entsprechen.

Auf Anfrage berichtet Sozialamtsleiterin Doris Vogel, dass das Obergeschoss des Gebäudes an der Altenburger Straße zu diesem Zeitpunkt von vier Familien mit insgesamt 15 Personen voll belegt war.

„Das kam plötzlich. Ist das Asylbewerberheim Selgersdorf überhaupt noch zu halten“, hatte Doris Vogel vergangene Woche im Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales gefragt, dessen Mitglieder von der unangenehmen Überraschung ebenfalls erstmals erfahren hatten.

„Wir müssen sehr flexibel sein“, gab Dezernent Günter Vogel in Sachen Unterbringung von Asylbewerbern zunächst als Parole aus. So sind zwei der betroffenen Familien inzwischen nach Mersch und in die ehemalige Hausmeisterwohnung der alten Schirmerschule umgezogen. Eine Familie hat die Anerkennung erhalten und ist zum Jahreswechsel verzogen. Die verbliebene fünfköpfige Familie findet Obdach in einer Wohnung über der Stadthalle, womit das Potenzial an städtischen Notlösungen zunächst einmal erschöpft ist.

Heim 1992 erstmalig bezogen

Da ist es fast schon Glück im Unglück, dass wenigstens das Untergeschoss des 1992 erstmalig bezogenen Asylbewerberheims in Selgersdorf weiterhin für die Unterbringung von vier Familien genutzt werden darf. Derzeit wohnen dort auch vier Familien mit insgesamt 22 Personen.

Innerhalb der Stadt Jülich werden zurzeit 136 Personen betreut, wovon noch 71 in Asylbewerberunterkünften wohnen und die restlichen in Privatwohnungen, da diese auch als Asylbewerber ein Bleiberecht genießen.

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