„Haben Sie den Stecker drin? - Oh nein!”

Von: gep
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40 Aufträge im vergangenen Jahr, 30 Hilferufe im laufenden: Eckhard Leßmann nimmt als „Einsatzleiter” für den Jülicher PC-Service die Anrufe von Senioren entgegen, die ihren Rechner wieder ins Rollen bringen wollen. Foto: Peters

Jülich. Wenn der Rechner blockiert oder keine E-Mails einlaufen, dann können ältere Mitbürger den Jülicher PC-Heimservice für Senioren einschalten. Der Service wurde vor zehn Jahren als Teil des städtischen Modellprojekts „Senioren ins Netz” ins Leben gerufen.

Inzwischen führen sechs Ehrenamtler das Projekt in „eigener Regie” mit dem Amt für Kinder, Jugend und Sozialplanung weiter. Es sind Jürgen Meißburger, Eckhard Leßmann, Detlef Strauß, Alfred Ponten, Bernhard Baum und Jürgen Klaes (derzeit in Urlaub). „Haben Sie den Stecker drin? Ist das Gerät eingeschaltet? - Oh nein.” Auch das gibt es, wenn ein Hilferuf in der Service-Zentrale, der Dachsteinhütte neben dem Altenzentrum St. Hildegard in der Merkatorstraße einläuft, erzählt Leßman.

Rechner fährt nicht hoch

Die häufigsten Ursachen für Probleme mit dem PC sind, dass der Rechner nicht hochfährt, der Nutzer nicht ins Internet kommt oder der Computer „total weg ist”, schildert Leßmann. Damit das letztere Malheur nicht eintritt, empfiehlt er gebetsmühlenartig ein „Image Backup”, eine Komplett-Sicherung aller Programme und Dateien auf einer (externen) Festplatte. Leßmann weiß aus eigener Erfahrung, dass es überwiegend Bedienungsfehler sind, wenn nichts mehr läuft. „Der Computer ist saudoof. Er tut nur das, was man ihm sagt”, weiß der Fachmann.

Das Interesse der älteren Generation an Informationstechnik in den eigenen vier Wänden ist „groß”, sagt Leßmann. Aber manche „trauen sich nicht”. Die Hemmschwelle sei „zum Teil recht groß”, so seine Erfahrung in den vergangenen Jahren.

Auslöser für das Interesse ist, dass Senioren von ihren Kindern einen Rechner als Geschenk erhalten oder dass die gerade gekaufte Digitalkamera „zum Computer zwingt”, um die Schnappschüsse bearbeiten zu können. So gibt es in der Dachsteinhütte einen offenen Seniorentreff, der sich mit digitaler Fotografie und Videobearbeitung beschäftigt. Damit ältere Menschen nicht entnervt wegen fehlender Grundkenntnisse aufgeben, helfen sich dort die Besucher dann gegenseitig.

40 Aufträge hat das PC-Sextett im vergangenen Jahr abgearbeitet. Im laufenden Jahr waren es schon 30 Hilferufe, berichtet „Einsatzleiter” Leßmann nach ein paar Mausklicks durch das Verwaltungsprogramm, das der EDV-Spezialist der Rentner-Gruppe, Dr. Jürgen Meißburger, geschrieben hat. „Spitzenklasse”, sagt er anerkennend.

Die Meißburger-Software automatisiert sowohl die Auftragserstellung („PC bootet nicht. Betriebssystem Vista”) als auch den mehrfachen E-Mail-Versand. Dank der elektronischen Buchführung ist jederzeit ein Überblick über die Fälle und den aktuellen Stand möglich.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wichtig ist auch die Meldung an die Stadtverwaltung, dass ein PC-Senior zu einem Einsatz ausgerückt ist - aus Versicherungsgründen. Bei ihren telefonischen Beratungen oder Hausbesuchen bringen die Helfer nicht nur den Rechner ins Rollen, sie erklären auch, was wie und warum gemacht wird. Denn oberstes Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Aber die PC-Senioren machen nicht alles: Arbeiten an der Hardware und Eingriffe, die Gewährleistungsansprüche gegenüber Lieferanten berühren, werden nicht gemacht. Leßmann stellt klar: „Keiner macht einen Computer auf.” Und der PC-Service sei auch „kein Verein, der repariert und installiert”.
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