Jülicher Land - Gutachter sieht sich im Schulkompromiss bestätigt

Gutachter sieht sich im Schulkompromiss bestätigt

Von: cl/ja/gep/-vpu-
Letzte Aktualisierung:
Mit Freude lernen: Das sollte
Mit Freude lernen: Das sollte Schülern immer möglich sein - egal in welcher Schulform. Foto: imago/Umdorf

Jülicher Land. Gut einen Monat nach der Vorstellung des Schulentwicklungsplans für den Kreis Düren ist die von Gutachter Wolf Krämer-Mandeau vorgeschlagene flächendeckende Einführung von Gemeinschaftsschulen im Kreis Düren schon wieder Schnee vergangener Tage.

Nach zähem Ringen haben sich SPD, Grüne und CDU in Düsseldorf auf eine Erweiterung des bestehenden Schulsystems in Nordrhein-Westfalen um die Sekundarschule geeinigt. Für Krämer-Mandeau ist das aber kein Grund, seine Schlussfolgerungen zu revidieren. „Ergebnis unseres Plans war die Einführung dreizügiger Ganztagsschulen mit Aufstiegschancen bis zum Abitur. Das soll jetzt mit der Sekundarschule umgesetzt werden”, erklärt der Gutachter. „Von daher sind wir in unserem Plan bestätigt worden.”

Anders als die Gemeinschaftsschule soll die neue Sekundarschule zwar keinen eigenen gymnasialen Zweig erhalten, aber verbindlich mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg auf dem Weg zum Abitur kooperieren. Sollte der Bedarf für eine vierzügige Schule mit eigener gymnasialen Oberstufe bestehen, ist eine Gesamtschule zu gründen, heißt es in den Düsseldorfer Leitlinien. Das allerdings hält Krämer-Mandeau für wenig ratsam und wiederholt seine Absage an eine weitere Gesamtschule im Kreis, die nicht nur die vorhandenen Gymnasien, sondern auch die kleineren Schulstandorte im Umland gefährden würde.

Im Übrigen hält es Krämer-Mandeau für einen Fehler, dass die Landespolitik auf den demografischen Wandel und drastisch zurückgehende Schülerzahlen nur mit einer Erweiterung der vorhandenen Landschaft reagiert, keine Schulform abschafft und damit einen Schulfrieden bis 2023 erhofft. Er hatte im Schulentwicklungsplan für eine Schließung von Haupt- und Realschulen plädiert; und hält daran fest. „Wir werden zuerst die Hauptschulen verlieren”, ist Krämer-Mandeau mit Blick auf das Anmeldeverhalten der Eltern sicher, danach die Realschulen.

Der Düsseldorfer Kompromiss geht für den Aldenhovener SPD-Fraktionsvorsitzenden Udo Wassenhoven „in Ordnung”. Er biete „eine Chance für die kleinen Gemeinden” und für Aldenhoven „die Lösung, die wir brauchen”. Haupt- und Realschule könnten jetzt zur Sekundarschule fusionieren, und in ihr sei dann gemeinsames Lernen auch nach nach dem vierten Schuljahr möglich. Klar sei zudem mit Blick auf die Grundschulen, dass „wir etwas verändern müssen”. Die Aldenhovener SPD hatte den Vorstoß gemacht, im Kernort eine Gemeinschaftsschule für die Klassen 1 bis 10 zu schaffen.

„Ich finde es gut, dass es jetzt eine verbindliche gesetzliche Basis gibt”, erklärte der Jülicher Bürgermeister Heinrich Stommel. Aus dem Schulentwicklungsplan des Kreises „ergeben sich Handlungszwänge”, so Stommel. Und die nun von Schwarz-Rot-Grün in Düsseldorf vereinbarte Sekundarschule müsse in den Jülicher Diskussionsprozes „eingesteuert und bewertet” werden. Bekanntlich hat die Stadt Jülich bereits mit der örtlichen Fusion von Real- und Hauptschule im Schulzentrum, das mit einem enormen finanziellen Aufwand saniert wird, Fakten geschaffen. Es bleibt offen, ob am neuen Ort in zwei Jahren noch beide Schulen eigenständig den Betrieb aufnehmen werden.

Auch Jürgen Frantzen, Bürgermeister der Gemeinde Titz (CDU), zeigte sich „sehr erleichtert, dass eine landespolitische Einigung gelungen ist”. Künftig gehe es nicht mehr um „Experimente, nicht um Modelle, sondern um eine klare gesetzliche Schulform”.

Die Hauptschule der Gemeinde Titz gehört zu den Einrichtungen, die aufgrund ihrer nur noch geringen Schülerzahl und des demografischen Wandels gefährdet scheint. Vor diesem Hintergrund verhandelt die Kommune mit der Stadt Linnich über mögliche Kooperationen (wir berichteten). Frantzen: „Jetzt gibt es in Linnich und Titz klare Positionen. Wir werden in den Gesprächen zu sehen haben, was gemeinsam geht.” Inhaltlich wollte er sich natürlich noch nicht festlegen. In Linnich gibt es Haupt- und Realschule.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert