Gutachten: Verbleib von Castoren in Jülich ist möglich

Von: Christian Rein
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castor
Die in Jülich gelagerten 152 Castorbehälter.

Aachen. Die 152 Castorbehälter mit radioaktivem Müll aus dem ehemaligen AVR-Forschungsreaktor in Jülich könnten auch über das Jahr 2013 hinaus auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich (FZJ) gelagert werden.

Ein Gutachten, das der Münsteraner Professor Bernd Holznagel im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums erstellt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass eine entsprechende Genehmigung rechtlich möglich wäre. Die Erlaubnis für das Zwischenlager läuft am 30. Juni 2013 aus. Das Lager entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards.

Das FZJ hat beim Bundesamt für Strahlenschutz den Transport der Castoren in das Zwischenlager nach Ahaus und die dortige Lagerung beantragt. In den Behältern befinden sich insgesamt 300.000 Kugeln mit hochradioaktivem Kern. Die rot-grüne Landesregierung hat sich bereits im vergangenen Herbst in ihrem Koalitionsvertrag gegen Castortransporte nach Ahaus und für einen Verbleib des radioaktiven Mülls in Jülich ausgesprochen. Am vergangenen Wochenende hat sich das Aktionsbündnis „Stop Westcastor” in Jülich gegründet.

Gespräche mit allen Beteiligten

Wie das NRW-Wirtschaftsministerium am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, handelt es sich um ein Gutachten über eine Verlängerung der Genehmigung für das Zwischenlager Jülich, um das Lager auf den aktuellen Sicherheitsstand zu bringen und folglich längerfristig weiter zu nutzen. „Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass dies möglich ist”, sagte Ministeriumssprecherin Mirjam Grotjahn. Das Land NRW hält als Gesellschafter zehn Prozent der Anteile am FZJ, das NRW-Wirtschaftsministerium ist die atomare Aufsichtsbehörde. Hauptgesellschafter des FZJ ist der Bund mit 90 Prozent.

Derzeit führen laut NRW-Wirtschaftsministerium alle Beteiligten Gespräche. „Ziel ist, dass das FZJ eine Verlängerung der Genehmigung für das Zwischenlager beim Bundesamt für Strahlenschutz beantragt”, sagte Grotjahn. Das FZJ bestätigte am Donnerstag lediglich, dass es ständig im Austausch mit der Aufsichtsbehörde stehe.

Ein Verbleib der Castoren in Jülich ist nur mit massiven Investitionen im mehrstelligen Millionenbereich möglich. Das derzeitige Zwischenlager müsste aufgerüstet oder sogar neu gebaut werden. Ob es Gespräche über solche Investitionen gibt, oder wer welche Kosten übernimmt, konnte Grotjahn nicht sagen. „Klar ist aber: Auch Castortransporte kosten Geld”, betonte sie.
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