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Großeinsatz: Flammen zerstören Rohwarenlager von S+T

Von: Otto Jonel
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Ein Bild der Verwüstung: Vom Rohwarenlager ist nichts mehr übrig, Unter der Hitzeeinwirkung brach ein Teil der stählernen Dachkonstruktion der Produktionshalle der Firma S+T Verpackung zusammen. Foto: Jonel

Linnich. Der Einsatzort lag salopp gesprochen um die Ecke. Luftlinie nicht mal einen Kilometer beträgt die Strecke von der Feuerwache Linnich zum Gelände der alten Molkerei an der Jülicher Straße, das seit Jahren von einer Reihe von Firmen genutzt wird.

Etwa auf halber Strecke zu dem gemeldeten Brandeinsatz traf Einsatzeiter Carsten Syben am Freitag eine Stunde vor Mitternacht eine weitreichende Entscheidung. Er löste den Alarm Industriebrand aus, als er die meterhohen Flammenzungen sah, die hinter den Bäumen aus dem Fabrikgebäude der S+T Verpackung Produktion GmbH in den Nachhimmel stachen.

Dort stand eine Rohwarenlagerhalle voller Kartonagen und Kunststoffen zur Herstellung von Verpackungsmaterialien in hellen Flammen. Weitere Lager- und Produktionshallen, aber auch Wohnhäuser grenzen unmittelbar an. Für 150 Feuerwehrleute, THWler und Sanitätskräfte aus dem gesamten Umkreis begann eine lange Nacht.

Leiterwagen aus Hückelhoven

In Minutenschnelle verwandelte sich die Jülicher Straße in einen Feuerwehrzubringer. Sämtliche Löschzüge der Stadt Linnich rückten an, mit der Freiwilligen auch die Werksfeuerwehr von SIG Combibloc samt der Drehleiter, die Jülicher Blauröcke ebenfalls mit dem Leiterwagen; auch aus dem benachbarten Hückelhoven war der Leiterwagen zur Unterstützung herbeigeeilt, musste aber letztendlich nicht in das Geschehen eingreifen.

Mitten auf der Jülicher Straße baute das Feuerwehrtechnische Zentrum Stockheim den Containerwagen der Einsatzleitung auf. Mit und mit trafen weitere Einheiten ein, darunter der ABC- und Messzug aus Niederzier, Versorgungseinheiten des DRK und Sondereinheiten des THW, und bezogen auf dem Lidl-Parkplatz Stellung.

Den heißesten Job hatten die Einsatzkräfte an der Feuerfront. „Die Jungs haben super gearbeitet”, sagte Carsten Syben Stunden später, als im hellen Tageslicht das Ausmaß des Feuers erkennbar war. „Die vier Einsatzkräfte, die als erste die brennenden Lagerbestände in der Halle mit Schaum geflutet hatten, haben das Feuer letztendlich in den Griff gekriegt”, erklärt Syben. Dieser Innenangriff wurde flankiert von oben. Aus dem Korb der Drehleiter ergoss sich die Löschflut auf das löcherige Dach.

Museumslager verschont

Als nach gut dreieinhalb Stunden „Feuer aus” gemeldet wurde, hatten die Einsatzkräfte ein wesentliches Ziel erreicht. Das Rohwarenlager war zwar ein Raub der Flammen geworden, aber die angrenzenden Hallen wurden weitgehend verschont. Fertiglager und Produktionshalle der Firma bleiben bis auf leichte Schäden an dem Eternitdach intakt. Glücklich wird darüber auch das Linnicher Glasmalerei-Museum sein. Unmittelbar neben dem Brandherd befindet sich das Museumslager mit Werken, die nicht ausgestellt werden können.

Während in der Nacht ein Großteil der Feuerwehren wieder abrückten, hielt die Linnicher Wehr die Brandwache, löschte immer wieder aufflackernde Feuer in den Kartonagen. Von den Lagerbeständen, die die 20 x 40 Meter große Halle nahezu vollständig füllten, war nicht mehr übrig als ein paar Haufen qualmender Kartonhaufen und schwarzer Aschenmatsch.

Die veraltete Gebäudekonstruktion aus Backsteinwänden und einer Eterniteindeckung auf einem Dachgerüst aus Stahl erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Zwar platzten die Eternitplatten schnell - eine Anwohnerin hatte das Geräusch zunächst für Feuerwerk gehalten, bevor sie die Flammen hinter ihrem Haus bemerkte und sofort die Feuerwehr alarmierte -, aber die Backsteinwänden widerstanden der Hitze und den Flammen.

Ein glücklicher Umstand war ebenfalls der leichte Westwind in der Nacht. Er trug den Anfang heftigen Funkenflug von den Nachbarhäusern und der Stadt fort. Mit Ende des Einsatzes stand schließlich fest, dass kein Mensch zu Schaden gekommen war.

Was den Brand ausgelöst hat, ist nach wie vor unklar. Die Sachverständigen der Polizei werden heute ihre Ermittlungen aufnehmen.
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