Große Jülicher Karnevalsgesellschaft feiert das 8x11-Jährige

Von: hfs.
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Schirmherr Uwe Willner (Mitte) belohnte die Blümchen für ihren guten „Riecher“: Senatspräsident Reiner Frings (l.) sowie Sitzungspräsident Frank Kutsch mussten sich versuchen. Foto: hfs.
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Der Mitbegründer des Herrenballetts, Peter Esser, wurde mit dem goldenen BDK-Orden ausgezeichnet. Foto: hfs.

Jülich. „Meine lieben goldigen Menschen“, pflegte 50 Jahre lang Willi Becker aus Jülich zu sagen. Genau fünf Jahrzehnte lang war er Präsident der Karnevalsgesellschaft Rurblümchen. Die blickte bei einem kurzweiligen Festkommers aber auf eine noch längere Zeitspanne zurück: närrische 8x11 Jahre. Dieses Jubiläum hat unter anderen Becker erst möglich gemacht, weil er den „Blümchen“ 1926 Leben eingehaucht hatte.

Dass der Jubilar aus dem Jülicher Junggesellenverein heraus initiiert wurde, wurde natürlich beim Festkommers im PZ der Zitadelle erwähnt, an dem viele befreundete Gesellschaften, Jülicher Vereine und die Honoratioren der Stadt teilnahmen. Sie alle wurden vom vierten Nachfolger von Willi Becker begrüßt: Frank Kutsch. Ihm wurde im Verlauf der Veranstaltung nicht nur die Ehre zuteil, zum „König unter den Sitzungspräsidenten“ (Originalton Reiner Spiertz, Präsident Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) ernannt zu werden, sondern von VKAG-Vize Willi Sommer aus Tetz als „das personifizierte Lächeln“ bezeichnet zu werden.

„Egal, wo und wie man ihm begegnet, er hat immer ein Lächeln im Gesicht“, meinte Sommer über den Blümchenpräsidenten, der als Moderator durchs Programm führte und dabei viel auf Authentizität setzte. Denn im Archiv der Geburtstags-KG fanden sich noch alte Tonaufnahmen. So kam nicht nur Willi Becker „persönlich“ zu Wort, sondern auch der Jülicher Landrat Wilhelm Johnen. Der hatte es sich auf der Sitzung 1956 nicht nehmen lassen, aus der Begrüßung eine Büttenrede zu machen, bei der Düsseldorfer und Kölner Jecken aufs Korn genommen wurden.

Senatspräsident Rainer Frings war es überlassen, gleich 17 neue Senatorinnen und Senatoren vorzustellen und sie mit dem Jubiläumsorden zu ehren. Als Motiv kam natürlich etwas anderes als der Jülicher Hexenturm nicht in Frage. Dass die die elf Gönnerinnen der Gesellschaft damit die Frauenquote gleich auf 36 Prozent hochschraubten, war der Kapelle Enzian ein besonderer Tusch wert. „In der Politik wird über die Frauenquote geredet und debattiert, wir erfüllen sie einfach“, sagte Frings.

Natürlich dürfen bei einem Jubiläumsfestkommers die Ehrungen nicht fehlen. Die nahmen von Seiten des VKAG Olaf Wabbels (Verleihung der Jugendorden an Nico Ruhrig) sowie Reiner Spiertz und Willi Sommer vor. Sie überreichten den Verdienstorden an Marc Muckel, Hans Dieter Bresgen, Josef Wirtz und Thomas Surma. Das Grenzlandwappen nahmen Norbert Steufmehl und Toni ­Froitzheim entgegen.

Für die Pflege und Erhaltung des Brauchtums Karneval wurden Frank Kutsch und Volker Geißler mit dem Orden in Silber des Bundes Deutscher Karnevals ausgezeichnet. Den überreichte Vize-Präsident Rolf Peter Hohn, der den Orden in Gold an das Revers des Mitbegründers des Herrenballetts, Peter Esser, steckte. Dass das Herrenballett und die Wagenbaugruppe auf 4x11 Jahre zurückblickten, kam den Blümchen natürlich gerade recht.

Abschließend wünschte Hohn der Großen Jülicher KG Rurblümchen eine „tolle Jubiläumssession und eine von Erfolg gekrönte Zukunft.“ Da hat der BDK-Vize aber keine Befürchtungen, „denn wenn ich sehe, wie viele Jungkarnevalisten hier auf der Bühne stehen, kann es gar nicht anders sein“. Reiner Spiertz ergänzte den Reigen der Komplimente: Der Verband sei stolz auf die Mitgliedschaft der Rurblümchen seit 1956.

Schirmherr Uwe Willner beließ es als Chef der Sparkasse Düren nicht bei Glückwünschen. Er ließ Blumen „erriechen“. Für jede Sorten, die Kutsch und Frings erschnupperten, gab es Geld vom Schirmherrn. In Rap-Form gratulierte Bürgermeister Heinrich Stommel dem Jubilar. Die Landtagsabgeordneten Peter Münstermann und Josef Wirtz ließen es sich nicht nehmen, Glückwünsche und Kuverts zu überreichen.

Im Namen aller anwesenden Vereine und Gesellschaften gratulierte Jörg Bücher, Präsident der KG Ulk, der ältesten Jülicher Karnevalsgesellschaft, dem Geburtstagskind, dem sich Hein Ningelgen als Präsident der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus anschloss.

Knacki Deuser übernahm auf der Bühne den kabarettistischen Part, die Backes Band aus Müntz sorgten für kölsche Tön, während zum Abschluss die Rabaue für Fastelovend rheinischer Art zuständig waren. „Es war mir eine Ehre, heute Abend ihr Präsident zu sein“, verabschiedete Frank Kutsch die vielen „goldigen Menschen“, die einen gelungenen Start in die Jubiläumssession der Rurblümchen erlebt hatten.

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