Jülich - Gospelchor Joyful Spirit: Lebensfreude und Gottvertrauen

Gospelchor Joyful Spirit: Lebensfreude und Gottvertrauen

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
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Der Gospelchor Joyful Spirit nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Zeit der Sklaverei und auf den schwarzen Kontinent. Foto: Kròl

Jülich. Etwas ganz Besonderes hatte sich der Jazzclub Jülich für sein diesjähriges Weihnachtskonzert einfallen lassen. Besonders war auch der Veranstaltungsort, denn der Jazzclub hatte in die Christuskirche eingeladen. Mit Joyful Spirit war dort ein Chor zu Gast, der sich ganz dem Spiritual und Gospel verschrieben hat.

Sprühend vor Lebensfreude und Musikalität kamen die 40 Sänger aus Raeren/Belgien mit Chorleiterin Maria Hermanns daher. Ihre Lieder erzählten von der tiefen Gläubigkeit, dem Gottvertrauen und auch der Not der Sklaven in Amerika. Sie erzählten auch die Geschichte Afrikas und seiner Menschen. So wechselten sich afrikanische Lieder mit Gospels und Spirituals aus Amerika ab. Doch Songs wie „Oh Happy day” oder Lieder aus „Sister Act” suchte man im Repertoire des Chores vergeblich. Sie haben tiefer geschürft und so manch anspruchsvolles Gospel zu Tage gefördert. „Gospel hat etwas mit rufen zu tun, nicht mit singen”, erklärte Chorleiterin Hermanns dem Publikum in der voll besetzten Kirche.

Dies hieß aber nicht, dass es dem Chor an gesanglichen Fähigkeiten fehlte. Im Gegenteil, sie wussten musikalisch voll und ganz zu überzeugen und beeindruckten mit geschulten, kraftvollen Stimmen. Das Publikum wurde aufgefordert, mitzurufen, mitzusingen und mitzuklatschen. Gleich beim ersten Lied war auch schon der berühmte Funke übergesprungen und die meisten Zuhörer ließen sich nicht zweimal bitten. „Laut muss es sein”, meinte die Chorleiterin, „damit die Gebete im Himmel gehört werden.” Und ihre Gebete waren ganz gewiss nicht zu überhören.

Ruhig und besinnlich

Wesentlich ruhiger und besinnlicher ging es dagegen im zweiten Teil des Konzertes weiter. Auch hier standen kirchliche Melodien in Form von Chorälen auf dem Programm.

Mit seiner Mundharmonika präsentierte Chris Kramer gemeinsam mit Niclas Floer am Klavier Lieder, die jeder Gläubige aus seinem Gesangbuch kennt. Diese wurden mit Blues und Jazz überarbeitet. Viel Fingerspitzengefühl haben die beiden Musiker walten lassen, um den Charakter der Choräle zu erhalten. „Dazu war natürlich auch handwerkliches Können notwendig”, erklärte Kramer, für den dieses Konzert das letzte des Jahres war. Er hatte übrigens gerade eine Tournee mit Peter Maffay abgeschlossen.

Zur Kirchenmusik war er durch den Tod seines Vaters gekommen. Seine Mutter hatte den Wunsch geäußert, dass er an dessen Grabe auf der Mundharmonika einen Choral spielen möge. „Das war für mich ein Stück Trauerbewältigung und ich habe gemerkt, dass auch andere Menschen so etwas brauchen”, erklärte er. Neben einigen Adventsliedern waren es vor allem bekannte Choräle, die er intonierte. „Großer Gott wir loben dich” oder „So nimm denn meine Hände” kleidete er in ein ganz neues Gewand.

Zum Ende wurde es dann noch einmal weihnachtlich. Er wechselte vom Blues zum Swing und erfreute seine Zuhörer mit „Oh Tannenbaum”.
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