Göttlicher Segen für Linnicher Paare

Von: ptj
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Er segnet am Valentinstag Paa
Er segnet am Valentinstag Paare ein: Pfarrvikar Jürgen Frisch lädt nach Linnich ein. Foto: Jagodzinska

Linnich. Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt: Nichts ist erfüllender, nichts ist schmerzlicher als die Liebe - in all ihren Facetten. Paulus von Tarsus „singt” im Korintherbrief des Neuen Testaments das „Hohelied der Liebe”. Dort heißt es unter anderem: „Sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf”.

Weil die hohe Scheidungsrate da durchaus eine andere Sprache spricht, wagen viele Liebende den Schritt in die Ehe erst gar nicht. Allerdings will Pfarrvikar Jürgen Frisch nicht nur sie ansprechen, wenn er am Valentinstag, 14. Februar, um 20 Uhr in die Pfarrkirche St. Martinus in Linnich zum Segnungsgottesdienst einlädt: Paare aller Altersklassen, von frisch Verliebten über langjährige Freundes- und Ehepaare, Jubelpaare, sogar Paare in der Krise sollen sich aufgehoben fühlen in der Feier.

Premiere im Jülicher Land

„Beim Thema Liebe ist die Kirche gefordert”, davon ist der 43-jährige Kirchenmann überzeugt, der seit drei Monaten den erkrankten Pfarrer Stefan Bäuerle in seinen Linnicher Gemeinden vertritt. Segnungsfeiern zu diesen Anlass sind nicht neu: „Die Citykirche in Aachen bot solche Gottesdienste an”. Im Jülicher Land ist sie allerdings eine Premiere.

Der Valentin-Gedenktag bezieht sich auf mehrere christliche Märtyrer dieses Namens, am bekanntesten ist der italienische Bischof Valentin von Terni: „Valentin ermöglichte, Paare unter den Segen Gottes zu stellen, gegen den Willen von Eltern oder Sklavenbesitzern, was nach damaligem römischen Recht nicht möglich war”, so Frisch.

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Gottesdienst kam ihm allerdings vielmehr beim Durchblättern der Zeitungen mit ihrer Vielzahl von Kleinanzeigen, in denen sich Liebende mit Herzchen und Kosenamen ihre Liebe versichern. „Das ist doch nicht nur eine Sache für Zeitungen und Blumenläden”, dachte der Geistliche bei sich.

„Die Ursprünge dieses Tages liegen doch bei uns, bei der Kirche”. Die Feier will er bewusst niederschwellig halten: „Damit sich wirklich jeder wohlfühlen kann, so habe ich bewusst nicht die Form der Messe gewählt”.

Bereits zweimal, in Hückelhoven und Geilenkirchen hat er einen solchen Gottesdienst gefeiert, in dem er geistliche und weltliche Elemente miteinander verbindet - und die Kirchen waren gut gefüllt bis voll.

Was erwartet die Kirchenbesucher an diesem Abend? Zarte Pianotöne umrahmen Liebespoesie, die in der Kirche seltener zu hören ist, etwa aus dem Hohen Lied Salomons aus dem Alten Testament: „Zwei Tauben sind deine Augen. Schön bist du, mein Geliebter, verlockend. Frisches Grün ist unser Lager”.

Es stehen allerdings nicht nur biblische Texte und Lieder im Programm. „Für dich solls rote Rosen regnen”, ist zum Beispiel die abgewandelte Knef-Version, die das Thema dieses Gottesdienstes bildet.

Die Kirche wird dem Anlass entsprechend romantisch dekoriert sein, etwa mit Rosenblättern und Teelichtern in Herzform. Zum Abschluss erteilt Frisch am Altar jedem Paar den Segen Gottes für ihre Beziehung.
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