Goethes Faust als wechselvolles Spiel mit Licht und Schatten

Von: Simone Dolfus
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Die Schauspieler Friedrich Raad und Angelica Schubert spielten alle Rollen im Faust - mal vor, mal hinter der Schattenspielleinwand. Foto: Dolfus

Barmen. Anspruchsvolle Kost servierte der Förderverein des Gymnasiums Haus Overbach bei der 21. Auflage des „Overbacher Special”. Das Düsseldorfer „Theater der Dämmerung” tauchte das Pater-Brisson-Forum im Science College in ein fast mystisches Licht. Die Schauspieler Friedrich Raad und Angelica Schubert inszenierten Goethes Klassiker Faust als Licht- und Schattenschauspiel.

In einer wunderbaren Mischung von klassischem Theater, Schattenspiel und Überblendungen farbiger Bilder und Fotos erzeugte das Duo, das alle Rollen des Dramas spielte, eine knisternde, dichte Atmosphäre.

Durch den gelungenen Wechsel zwischen den Inszenierungsarten wurde das Stück trotz seiner Länge nie langweilig. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten - gleich in der ersten Szene flog eine Sicherung raus und die Schauspieler standen im Dunkeln - ließen sich die beiden Akteure nicht aus der Ruhe bringen.

Ihr intensives Spiel und die über weite Strecken einwandfreie Sicherheit beim Rezitieren des anspruchsvollen Textes überzeugte auf ganzer Linie, obwohl die Headsets der beiden offenbar zu leise eingestellt waren. Im hinteren Teil des Forums hatte das Publikum jedenfalls akustische Probleme, was sich nach der Pause besserte.

Rund 150 Zuschauer waren gekommen, um sich den deutschen Literaturklassiker schlechthin in einer Inszenierung der etwas anderen Art anzusehen. Goethes Dramenstoff, der alle großen Menschheitsfragen vom Sinn des Lebens, der Religion und der Liebe behandelt, wurde hier einerseits klassisch interpretiert mit einem bleichgesichtigen, frivolen Mephisto. Das Outfit des in der Hexenküche verjüngten Dr. Faust hingegen war ebenso modern, wie die mit dem Wandlungsprozess verknüpften Einblendungen von Schönheits-OPs und dem Auftritt Schuberts im blutverschmierten OP-Kittel.

Oberflächliche Sinnenfreuden und Schönheitswahn wurden hier kritisch betrachtet. Der Verlust von Werten in der schnelllebigen Moderne kam in der veränderten Walpurgisnacht zum Ausdruck, als Faust lieber dem Extremsport und teuren Hobbies nachhängt, als sich um das verzweifelte Gretchen zu kümmern.
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