Linnich - Glasmalerei-Museum zeigt Ausstellung über Heinrich Campendonk

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Glasmalerei-Museum zeigt Ausstellung über Heinrich Campendonk

Von: gep
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Ausschnitt aus dem Bild „Rote Kuh mit Häusern“: Heinrich Campendonk malte es 1913 in Oberbayern Foto: Rote Kuh mit Häusern“: Heinrich Campendonk malte es 1913 in Oberbayern
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Mitglieder des „Blauen Reiters“ in München: v. l. Maria Marc, Franz Marc, Fabrikant Bernhard Koehler sen., Wassily Kandinsky (vorne sitzend), Heinrich Campendonk und Komponist Thomas von Hartmann. Foto: dpa

Linnich. Das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich bereitet die Sonderausstellung „Kristalline Welten – Die Glasmalerei Heinrich Campendonks“ vor. Der Deutsch-Niederländer Campendonk (1889-1957) prägte maßgeblich den rheinischen Expressionismus und die so genannte Klassische Moderne vor dem 1. Weltkrieg.

Möglich macht die Linnicher Ausstellung der Landwirtschaftsverband Rheinland (LVR). Er unterstützt die wissenschaftliche Recherche zum Oeuvre Campendonks, die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung sowie die Erstellung eines Ausstellungskataloges und museumspädagogischen Programms mit 8840 Euro.

Nach Hitlers Machtergreifung 1933 wurde Campendonk auf der Grundlage des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen. 1934 verließ Heinrich Campendonk Deutschland. Sein Werk wurde als „Entartete Kunst“ verunglimpft. Im Exil nahm er 1935 eine Professur an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam an. 1937 stellte er auf der Weltausstellung in Paris für die Niederlande ein Fenster vor, das mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurde. Nach 1945 blieb Campendonk in Amsterdam und starb dort auch. Der gebürtige Krefelder war Lehrer der Kunstgewerbeschule in Essen und dann Professor für Glasmalerei, Wandmalerei, Mosaik und Gobelinweberei an die Kunstakademie in Düsseldorf. Seit Mitte der 1920er Jahre gewann er durch die Ausführung zahlreicher Glasfenster an Kirchen und öffentlichen Gebäuden wie dem Landtagsgebäude und der Paulskirche in Düsseldorf sowie dem Essener Münster künstlerische Anerkennung. Zentrales Thema seiner Arbeiten war die Darstellung der Harmonie von Mensch und Tier, des Kreislaufes des Werdens und Vergehens.

Er war (ab 1910) befreundet mit den Malern August Macke, Franz Marc und Paul Klee. Über Wassily Kandinsky und Franz Marc fand Campendonk Anschluss an die legendäre Gruppe „Blauer Reiter“. Rund zehn Jahre arbeitete er in Penzberg/Oberbayern und in Seeshaupt am Starnberger See, bis er 1923 ins Rheinland zurückkehrte.

Wie der Vorsitzende des Kulturausschusses der LVR-Landschaftsversammlung, Hans-Otto Runkler (FDP/Oberhausen), erläutert, wird mit der Linnicher Ausstellung die Bedeutung Campendonks für das Rheinland erstmals herausgestellt.

Das Glasmalerei-Museum, 1997 als Zentrum für Glasmalerei gegründet, hat bereits 2007 eine Retrospektive mit Arbeiten von Johan Thorn Prikker gezeigt. Prikker war 1905 bis 1909 Campendonks Lehrer an der damals sehr fortschrittlichen Kunstgewerbeschule in Krefeld. Der Niederländer Thorn Prikker (1868 - 1932) übte einen bedeutenden Einfluss auf die Glasmalerei in Deutschland aus. Bekannt sind seine Fenster für die Dreikönigenkirche in Neuss und die Ausgestaltung der altkatholischen Friedenskirche in Essen, eine der bekanntesten Jugendstilkirchen in Deutschland.

Über das gefälschte Campendonk-Bild „Rotes Bild mit Pferden“ war der aus Geilenkirchen stammende Wolfgang Beltracchi (Fischer) gestolpert. Der Star-Fälscher, seine Frau Helene und zwei Komplizen waren im Oktober 2011 in Köln zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt worden. Beltracchi hatte eine Vorliebe für Campendonk. Ein Museum zahlte etwa für „Katze in Berglandschaft“ eine Million Euro.

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