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Glanzvolle „Paulus”-Aufführung im Jülicher Schulzentrum

Von: vieh
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Dirigent, Solisten und die übrigen Mitwirkenden freuten sich über den wohlverdienten Applaus. Foto: Emde

Jülich. Bei einem Gemeinschaftskonzert erlebten die Zuhörer im ausverkauften PZ des Schulzentrums an der Linnicher Straße die monumentale Aufführung des „Paulus” von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Zum 200. Geburtstag des Komponisten schlossen sich das Collegium Musicum Jülich, der Aachener Studentenchor, der Jülicher Figuralchor und vier Gesangssolisten zu einem großen Klangkörper zusammen.

„Paulus” ist ein Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift. Dieses Werk wird heute leider selten aufgeführt. Es kam am 22. Mai 1836 zur Uraufführung und ist wohl das Hauptwerk der Schaffensperiode des Künstlers während seiner Zeit in Düsseldorf. Zur Vorbereitung dieses Auftragswerkes studierte Mendelssohn Händels Oratorien und führte diese auch auf. Auch die Wiederentdeckung Johann Sebastian Bachs beeinflusste die Konzeption des Werkes.

So entstand der „Paulus” als Synthese aus Händels Oratorium und Bachs Passion. Der dramatische Einsatz des Chores erinnert an Händels Werke, während die Einfügung von Chorälen an Bach angelehnt ist.

Schon in der Ouvertüre erklingt der bekannte Choral „Wachet auf”, der eine religiöse Kernaussage des Werkes trifft, Saulus wird vom Geist erfüllt. Die Choräle unterstreichen die Haupthandlung im Text überzeugend: Stephanus wird gesteinigt, Saulus wird bekehrt, Heilungen und gute Werke folgen.

Besonders gelungen war die Aufführung des Werkes in Jülich durch das große Engagement der Mitwirkenden. Raymond Janssen gelang es, die Ensembles zu einer musikalischen Einheit zu verbinden.

Das Collegium Musicum musizierte mit großer Klangfülle und vor allem im ersten Teil hoch konzentriert. Im zweiten Teil waren einige Einsätze leicht unsicher. Dem Dirigenten gelang es jedoch immer nach wenigen Takten diese Problematik aufzufangen.

Erstaunlich ist die reife Leistung eines Orchesters, das sich auch an solch gewaltige und schwierige Werke herantraut und diese Aufgaben bestens meistert. Aus der Jülicher Musikszene stammt auch der Figuralchor, der gemeinsam mit dem Aachener Studentenchor eine Glanzleistung brachte. Der Chorpart ist anspruchsvoll, anstrengend und musikalisch sehr diffizil.

Den Chorleitern Ilona Baum und Raymond Janssen gelang eine einfühlsame Interpretation und chorische Anpassung an Text und Inhalt. Bei der Szene der Erscheinung des Herrn vor Damaskus agierte der Chor mit sphärischer Zartheit, bei Szenen der Steinigung fast in brutalem Drohen. Raymond Janssen führte eine Regie, die das Geschehen, die Handlung durch die dramaturgische ausgestaltete Musik wie ein Bühnengeschehen ablaufen ließ.

Starke Solo-Partien

Beglückend wurden die Solopartien präsentiert. Die Jülicher Sopranistin Susanne Duwe brillierte, sowohl in ihrem Part der Rezitative mit klarer Aussprache und federleichter Stimmführung, als auch bei den Arien. Sie überzeugte mit einer reifen, klangvollen, weichen Sopranstimme, die in jeder Stimmlage eine große Leichtigkeit erreichte, ohne ihre jugendliche Ausstrahlung einzubüßen.

Silke Schimkat füllte ihren relativ kleinen Part mit angenehm weicher Altstimme.

Bestens besetzt waren auch die Männerstimmen mit dem Tenor Walter Drees, der seine umfangreiche Gesangspartie mit strahlender Stimme sang, und Josef Otten, der mit voller Bassstimme beeindruckte. Mit anhaltendem Applaus feierte das Publikum die Glanzleistung von Orchester, Chor, Solisten, Chorleitern und Dirigent Raymond Janssen.
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