Geschenke unter Baum, auf die man sich tierisch freut

Von: Silvia und Günter Jagodzinska
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Weihnachtsbaumschmuck bietet eine besondere Herausforderung für die Hauskatze. Foto: Jagodzinska

Jülicher Land. Mieze hat das letzte Türchen des Katzen-Adventskalenders mit Snackies öffnen lassen und den Spezialkeks in Form eines Sterns genüsslich angeknabbert. Bello sitzt daneben und träumt von den Hundekeksen in weihnachtlicher Gestalt, die später am Weihnachtsabend in hundegerechter Verpackung unter dem Weihnachtsbaum auf ihn warten.

Dies hoffen zumindest Frauchen und Herrchen. Immer mehr Menschen halten nicht nur Haustiere, sondern betrachten sie gewissermaßen als Familienmitglied. Kein Wunder also, dass ihre Vierbeiner ebenfalls Weihnachtsgaben bekommen, vielleicht sogar selbst auspacken dürfen.

Katzen sagt man allgemein eine stark ausgeprägte Individualität nach. So hat jede Katze ihren ganz eigenen Willen und ihre besonderen Vorstellungen, wie ihr mit zum Haushalt gehöriger Futterbesorger auf zwei Beinen zu funktionieren hat. Marion Ollesch aus Niederzier teilt ihr Domizil mit gleich zwölf der schnurrenden Einschmeichler, darunter der acht Monate alte „Maine Coon”-Kater „Sir Maverick of Mount Steele”. Ihre Coonies, wie Halter und Züchter der ursprünglich aus Amerika stammenden Hauskatze ihre Lieblinge nennen, wissen nur zu gut, was sie an Frauchen mitsamt Familie haben. „Eigentlich hat unser Sir jeden Tag Weihnachten, aber natürlich gibt es auch für ihn am Heiligabend ein besonderes Geschenk”, erzählt die Züchterin und gibt zu verstehen, dass die Tiere mit Feiertagen wenig im Sinn haben. „Denen ist es letztlich egal, ob Sonntag oder Mittwoch oder Heiligabend, Hauptsache gut versorgt.” Es sei wohl eher so, dass die Menschen sich selbst eine Freude machen, indem sie ihre Haustiere beschenken, schätzt sie die Hintergründe richtig ein. Sir Maverick und seine elf Kumpane werden ihre Weihnachtsleckerlis bestimmt zu würdigen wissen. „Aber auspacken müssen sie ihre Päckchen schon selbst, da gibt es kein Vertun”, verrät Marion Ollesch mit einem Schmunzeln.

Mensch als Alpha-Tier

Hunde dagegen gelten als des Menschen bester und treuester Freund. Meist akzeptieren sie schnell ihr Herrchen als Alpha-Tier. Im Gegenzug zeigt sich der Rudelführer gerne bereit, seinen vierbeinigen Freund an der Leine mitzunehmen, wo immer es möglich ist. Was schenkt man einem Hund zu Weihnachten? Die fünfköpfige Familie Jürgen Frantzen aus Niederzier hält einen hübschen und vitalen dreieinhalbjährigen Wäller namens Igino. Diese langhaarige Hunderasse entstand aus der Kreuzung des französischen Hütehundes „Berger de Brie” mit dem amerikanischen Hütehund, dem „Australian Shepherd”. Igino liebt es, in der Nähe der Familie zu sein und passt sich leicht ihrem Tagesablauf an. Als Geschenk hatten Ehefrau Gabriele und Tochter Rebecca zunächst ein „Doggie Brain Train” geplant, ein Holzspielzeug in verschiedenen Ausführungen. Ein Beispiel ist eine runde Holzkonstruktion mit schachfigurenartigen Türmchen, unter der Leckereien versteckt werden können. Der Hund erschnüffelt sie und beseitigt mit den Zähnen das Hindernis, um an die Belohnung zu kommen. Doch im Fachgeschäft für Heimtierbedarf schien das Spielzeug so begehrt, dass es in drei Tagen ausverkauft war. Nun muss sich Igino am Heiligabend mit einem Sack Rinderohren „begnügen”.

Pferde zu halten, davon träumen viele Menschen. Sie werden Susanne Renker vom Capitelshof in Opherten beneiden, die zwei robuste und wunderschöne weiße Camarguepferde besitzt. Die stammen aus dem Rhone-Delta im Süden Frankreichs. Die Pferdenärrin, die ihre Vierbeiner in der einhändigen Arbeitsreitweise der südfranzösischen Gardians reitet, dekoriert deren Box im Stall zu Weihnachten mit fressbaren Überraschungen, duftenden Tannenzweigen, die wiederum mit Äpfeln und Möhren, oder auch Brotstücken garniert sind. Wegen ihrer gut verspeisbaren Form eignen sich hier Baguettes besonders. Ihre Lieblinge werden lange damit beschäftigt sein, ihr wohlschmeckendes, bekömmliches und ganz nebenbei besonders günstiges Weihnachtsgeschenk zu verspeisen. „Ob sie das als weihnachtlich Gabe ansehen oder als leckeren Zeitvertreib, weiß ich nicht, für uns Menschentiere hält es natürlich das Weihnachtsgefühl lebendig und warm”, meint Renker und setzt nach: „Vor allem, wenn ich den Pferden beim Kauen zusehen und -hören kann, hat das schon einen fast meditativen Charakter. Manche kauen von links nach rechts, andere andersherum. Das würde man sonst nicht beobachten, ist zwar nicht wichtig, aber so ist es.”

Haustiere in die weihnachtliche Geschenkplanung einzubeziehen, mag kritische Stimmen auf den Plan rufen. Diese sollten allerdings nicht vergessen, dass vor etwas mehr als 2000 Jahren Tiere Wärme in die Krippe brachten, die Menschen nicht zu geben bereit waren.
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