Radarfallen Blitzen Freisteller

Gesamtschule – oder Sekundarstufe 1 ist Vergangenheit

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:
5586497.jpg
Schulen leben von Kindern. Ohne zahlenmäßigen Rückhalt ist Linnich als Standort der Sekundarstufe 1 bald Geschichte. Die Gebäude werden zu Immobilien ohne Leben. Foto: Jonel

Linnich. Die Schulentwicklung in Linnich ist zwar kein Buch mit sieben Siegeln, sie lässt aber ganz offensichtlich keine gesicherte Prognose zu. Bis auf eine, die Bürgermeister Wolfgang Witkopp in aller Deutlichkeit auf einen Satz reduzierte.

„Wenn wir 2014 keine Schulform haben, die größeren Anklang bei den Eltern findet, dann ist weiterführende Schule in Linnich zu Ende.“ Damit hat der Bürgermeister klar beschrieben, worauf oder besser auf wen es in der Frage Schulentwicklung in Linnich ankommt: auf die Eltern.

Diese Botschaft hat der Schulausschuss wohl vernommen. Die Konsequenz ist ebenfalls eindeutig und ergab sich letztlich Anfang Mai aus einer Informationsveranstaltung für Eltern von Kindern, die die Grundschulklassen 1 bis 3 besuchen. „Die wenigen Eltern, die kamen“, waren laut Witkopp interessiert und engagiert. Ihnen war die Ausgangslage und der Ernst der Situation bewusst.

Überwältigende Mehrheit

Ihr Votum war „mit überwältigender Mehrheit“ klar. Sie präferieren eine Gesamtschule in Kooperation mit der Gemeinde Aldenhoven. Alle anderen theoretischen Möglichkeiten wurden verworfen. Angefangen von der Primusschule, die gar keinen Anklang fand, bis hin zur Sekundarschule. Die traditionellen weiterführenden Schulen, auf die Linnich mit Recht stolz ist, sind ohne Zukunft. Wie der Bürgermeister erneut aufzeigte, haben Haupt- und Realschule wegen der geringen Anmeldezahlen im kommenden Jahr eine einmalige Ausnahmegenehmigung erhalten. Danach ist das Kapitel Sekundarstufe 1 in diesen Schulen beendet.

Ohne Nachfolgelösung „bedeutet das: Alle Kinder müssen fahren“, sagte Witkopp. Da die Sekundarschule Jülich keine Aufnahmegarantie geben könne, sei die nächste Hauptschule etwa in Inden. Die Gesamtschule, die Witkopp befürworte, ist aus seiner Sicht ohne Alternative. Und da die Stadt Linnich diese nicht aus eigener Kraft errichten kann, gibt es keine Alternative zur Kooperation mit einer Nachbarkommune. Und die kann nur Aldenhoven heißen.

Vom Schulausschuss wurde unter diesen Vorgaben dringlich eine gemeinsame Sitzung mit dem Aldenhovener Schulausschuss eingefordert. Die wird in anderthalb Wochen angesetzt, wenn in Linnich das Schützenfest beendet ist. Ebenfalls wurde die Bildung eines Arbeitskreises beschlossen. Dem sollen neben Vertretern aus Politik und Verwaltung vor allem auch Eltern und Lehrer angehören. Über allem leuchtet eine Terminvorgabe. Noch vor den Sommerferien soll die Errichtung einer Gesamtschule in Kooperation der beiden Kommunen bei der Bezirksregierung beantragt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert