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Gesamtschule Aldenhoven/Linnich: Große Enttäuschung

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Ab Montag sind die vier weiterführenden Schulen in Linnich und Aldenhoven wieder eine „Hausnummer“ und nehmen Kinder auf: In beiden Kommunen gibt es je eine Real- und eine Hauptschule. Foto: Uerlings
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Beraten die letzten Änderungen der Elterninformation, die gestern verschickt wurde (v. l.): Gisela Lohmann, Wolfgang Witkopp, Marga Mürkens und Lothar Tertel.

Aldenhoven/Linnich. Die Gründung der Gesamtschule Aldenhoven/Linnich ist gescheitert. Die erforderlichen 125 Anmeldungen aus den beiden Kommunen wurden bei weitem nicht erreicht: 85 zählten die Verwaltungen am Freitag. 47 kamen aus Linnich und 38 aus Aldenhoven. Darüber hinaus wurden 17 Kinder aus Nachbar-Gemeinden angemeldet.

 „Das macht rund 110 enttäuschte Kinder und enttäuschte Eltern, die sich auf die Gesamtschule gefreut haben“, erklärte der Aldenhovener Bürgermeister Lothar Tertel, der wie sein Amtskollege Wolfgang Witkopp aus Linnich aus seiner „Trauer“ keinen Hehl machte. Zunächst richteten beide den Blick nach vorn: Die Eltern haben eine Information mutmaßlich am Samstag schon in der Post. Ab Montag werden nun Anmeldungen für die beiden Real- und die beiden Hauptschulen in Aldenhoven und Linnich angenommen.

„Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir jenseits der 125 liegen“, sagte Tertel weiter. Warum aber wurden die Zahlen nicht erreicht? Dazu stellte Marga Mürkens von der Aldenhovener Schulverwaltung knapp fest: „Die Eltern hatten Angst.“ Das sei aus Gesprächen hervorgegangen. Der Linnicher Verwaltungschef Wolfgang Witkopp wird konkreter: „Die Klage der Stadt Jülich und die Aussage, dass bei einem Erfolg unsere Kinder auf der Straße stehen, war sicher nicht ohne Einfluss.“ Tertel pflichtete bei: „Da wurde damit spekuliert, dass die Eltern verunsichert werden.“ Auch die Klage der Gemeinde Titz mit zeitlichem Versatz war für Witkopps Teil „einer gewissen Strategie“.

Die Frage, ob die geplante Gesamtschul-Konstruktion – die Klassen 5 und 6 in beiden Orten, die Mittelstufe in Aldenhoven und die Oberstufe in Linnich – nicht auf Elternliebe gestoßen sein könnte, wurde kategorisch verneint. „Die Dreiteilung hat keine Rolle gespielt“, so Wolfgang Witkopp. Das habe die Elternbefragung zur horizontalen Gliederung ergeben. Das Zugeständnis, die jüngsten Kinder vor Ort zu beschulen, hätte die Quote noch verbessern müssen.

Für das nach den Sommerferien beginnende Schuljahr werden nun ab Montag und bis 8. März Anmeldungen zu den je zwei Real- und Hauptschulen in Aldenhoven und Linnich angenommen.

Witkopp und Tertel verdeutlichen auch, dass sie weiter die Schullandschaft ihrer Kommunen gestalten wollen, zumal vor allem die Hauptschulen unter Druck stehen. Mit den Ratsvertretern soll nach einer zukunftsfähigen Lösung gesucht werden. „Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden“, erklärte Tertel, der wie Witkopp unterstrich, dass beide Verwaltungen durch die gemeinsame Schulplanung enger zusammengerückt sind. Auch ein erneuter Gesamtschulversuch scheint für das übernächste Schuljahr nicht ausgeschlossen, da noch einmal ein stärkerer Jahrgang zu den weiterführenden Schulen strömt. Witkopp: „Wir werden Perspektiven aufzeigen müssen. Jetzt warten wir das Anmeldeverfahren ab, suchen das Gespräch mit Eltern der Drittklässler und der Bezirksregierung.“

Apropos: Ist auch ein Dialog mit den Nachbarkommunen möglich? Der Linnicher Bürgermeister: „Wir werden uns nicht verweigern. Aber es ist extrem schwierig, denn auf der einen Seite werden Maximalpositionen formuliert, und wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“

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