Gemeinschaftsschule: Antragsverfahren in Gang gesetzt

Von: gep
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Aldenhoven. In Aldenhoven werden in den nächsten sieben Wochen die Voraussetzungen für die Errichtung einer Gemeinschaftsschule geprüft. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, also auch mit den Stimmen der CDU.

Danach wird die Verwaltung beauftragt, die Voraussetzungen für einen Genehmigungsantrag beim NRW-Schulministerium abzuklopfen. Dazu werden die Eltern befragt, die Voten der Schulen eingeholt, die Interessen der Nachbarkommunen abgeklärt, die organisatorische Umsetzung ausgearbeitet, ein Zeitplan erstellt und ein pädagogisches Konzept formuliert.

Der Gemeinderat stimmte damit einem Änderungsantrag von Bürgermeister Lothar Tertel zum „Organisationsmodell Gemeinschaftsschule” zu. Die SPD hatte zuvor beantragt, in Düsseldorf die Genehmigung einer großen Gemeinschaftsschule, die die Klassen 1 bis 10 umfasst, zu beantragen. Diesen Antrag hatten die Kooperationspartner Freie Wählergemeinschaft (FWG) und FDP im Schulausschuss unterstützt, während CDU-Sprecher Georg Krapp neben inhaltlichen Mängeln die Hast moniert hatte.

Die CDU stimmte im Rat dem Tertel-Antrag zu, weil er „ergebnisoffen” sei. Zudem werde der Schulentwicklungsplan des Kreises, der am 16. Juni vorgelegt werden soll, noch Berücksichtigung finden.

Fraktionsvorsitzender Reinhard Paffen, ein „Verfechter der Verbundschule” (Haupt- und Realschule unter einem Dach), sagte, die Christdemokraten könnten sich „mit der Gemeinschaftsschule 5 bis 10 anfreunden”. Eine Studie der Beratungsgesellschaft Komplan (Bochum) hatte ergeben, dass die künftigen Schülerzahlen in Aldenhoven für eine Verbundschule nicht ausreichend seien und die Gemeinschaftsschule 5 bis 10 die einzige Alternative sei, um künftig eine Beschulung in der Sekundarstufe I sicherzustellen. Dieser Einschätzung hatte sich auch Tertel - „die absolut beste Lösung” - angeschlossen.

Die Gemeinschaftsschule ist ein Modellversuch der rot-grünen Landesregierung, die Zahl der teilnehmenden Kommunen ist auf 50 beschränkt. Daher hatte die SPD nach Gesprächen mit der SPD-Landtagsfraktion die Idee einer großen Gemeinschaftsschule entwickelt.

Damit wäre die Gemeinde, so Fraktionschef Udo Wassenhoven, Vorreiter im Land, und die Genehmigungschancen wären zudem weitaus größer. Die Zustimmung zum Tertel-Antrag begründete der Freialdenhovener Sozialdemokrat damit, dass er „alle Möglichkeiten offen lässt”.

In der Debatte hatte Paffen den SPD-Vorstoß scharf kritisiert. Die „geschickt verpackte Einheitsschule” werde die CDU „als Opposition bekämpfen”. Rot-grüne Regierungskreise in Düsseldorf hätten „in Aldenhoven einen Dummen gefunden”, „am Parlament vorbei” wolle die SPD „Fakten schaffen” und die große Gemeinschaftsschule „auf Biegen und Brechen” durchsetzen.

„Die Lehrer sind gegen die neuem Schulform.” Wassenhoven warf Paffen vor: „Sie spielen mit der Angst” der Betroffenen. Die Gemeinschaftsschule sei die einzige Option. „Sonst wird es zappenduster!”
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