Aldenhoven - Gemeinderat erörtert Wirtschaftsförderung

Gemeinderat erörtert Wirtschaftsförderung

Von: gep
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Aldenhoven. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Aldenhoven wünscht sich mehr Eigeninitiave bei der Wirtschaftsförderung in der Gemeinde.

„In Aldenhoven selbst was tun”. So lautet die Forderung des FWG-Fraktionsvorsitzenden Dieter Froning.

Die FWG und die FDP haben das Thema erneut auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag, 20. Dezember, um 17 Uhr gesetzt. Die beiden Fraktionen haben beantragt zu prüfen, ob eine interkommuenale Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaftsförderung mit den Städten Jülich, Linnich, Alsdorf und Baesweiler machbar sei. Alternativ käme auch eine entsprechende „Stellenbeschaffung” im Aldenhovener Rathaus in Frage.

Hintergrund ist, dass die Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren (GWS) eingedampft wird. Sie soll künftig nur noch im Immobiliengeschäft tätig sein. Die Wirtschaftsförderung obliegt dann wieder der Kreisverwaltung.

Vor allem die FWG stellt der Kreis-Gesellschaft ein schlechtes Zeugnis aus. Denn es sei „relativ wenig in Aldenhoven gelaufen”, sagt Froning. „Insbesondere die Entwicklung des ehemaligen Emil Mayrisch-Geländes neben Film- und Teststrecke hat nicht stattgefunden.” Er verweist auch auf Parteien-Interessen bei einer „direkten Regentschaft des Kreises” über die Aldenhovener Wirtschaftsförderung. Außerdem bezweifelt er, ob das sechsköpfige Wirtschaftsförderer-Team im Kreishaus dann für alle Kommunnen hinreichend tätig werden könne. Daher könne auch eine Gemeindeentwicklungsgesellschaft wie in Titz „eine Option” sein. Der Aldenhovener Rat müsse sich jedenfalls „dringend Gedanken machen” über eine lokale Wirtschaftsförderung”, betont Froning. Ziel müsse eine „systematische Gemeindeentwicklung” sein. Denn auch vor Ort sei seit Jahren „nicht genug gemacht” worden. Der Autohof zwischen Aldenhoven und Jülich etwa sei „in die Hose gegangen”.

Bürgermeister Lothar Tertel kann dem Vorschlag von FWG und FDP nichts abgewinnen.

Er führt zunächst das Kostenargument an. Die chronisch klamme Gemeinde stecke bis auf weiteres im Nothaushalt und stehe unter Kuratel der Kommunalaufsicht. So gelte aufgrund des Sparzwangs u.a. ein Einstellungsstopp.

Für einen Wirtschaftsförderer müsse man aber, so der Bürgermeister „viel Geld aufbringen”, denn dieser müsse nicht nur angemessen entlohnt werden, sondern dieser habe auch „enorme” Sachausgaben etwa für Messebesuche oder Werbematerial.

Ein weiteres Problem bestehe darin, dass die Gemeinde selbst über keine eigenen Gewerbeflächen verfüge. „Bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben hört die Freundschaft auf”, verweist er auf den Standortwettbewerb im Kreis. Deshalb sei es ratsam, Wirtschaftsförderung „übergeordnet” zu installieren. Und das finanziere die Gemeinde über die Kreisumlage.

Starthilfe in Siersdorf

Zugleich erinnert Tertel daran, dass der Kreis Düren an der Automotive Center for Industry GmbH (ACI), die die Industriebrache Emil Mayrisch entwickeln und vermarkten soll, mit 85 Prozent größter Gesellschafter sei, Aldenhoven hält die restlichen Anteile. Die ACI wiederum ist zu 51 Prozent an der Aldenhoven Testing Center GmbH (ACT) beteiligt. In Siersdorf werden Institute des ACT-Mitgesellschafters RWTH Aachen mit Starthilfe des Landes NRW die neueste Automobiltechnik erproben -Êauch für Drittkunden aus der Wirtsachaft.

Die Beteiligungsverhältnisse bei der ACT haben schon vor Wochen für Murren in Ratskreisen gesorgt. Befürchtet wird, dass die Gemeinde kaum noch Einfluss auf die Enbtwicklung des Industrieparks Emil-Mayrisch nehmen könne. Und Dieter Froning erwartet vom ATC keine nennenswerten Gewerbesteuereinnahmen.
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