Gemeindeentwicklung kommt in Aldenhoven auf die Agenda

Von: gep
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Gescheitert: Die hochtrabenden Pläne, zwischen Aldenhoven und Jülich einen großen Autohof zu errichten, haben sich zerschlagen.

Aldenhoven. Die „neue Mehrheit” im Aldenhovener Rat - SPD, Freie Wählergemeinschaft (FWG) und FDP - hat es durchgesetzt. Die „Gemeindeentwicklung” soll künftig ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Dagegen sehen CDU und Bürgermeister Lothar Tertel keinen Handlungsbedarf.

„Die Wirtschaftsförderung funktioniert im Rahmen der Möglichkeiten”, so der Fraktionsvorsitzender der Union, Reinhard Paffen.

Wie der FWG-Fraktionschef Dieter Froning in einer Bestandsaufnahme darlegte, gibt es sechs Ansatzpunkte für einen Themenkatalog für, den der Bürgermeister nun ausarbeiten soll. Die Bevölkerung schrumpft, auf Grund dieses „Abwärtstrends” seien die Miieten im Kreisvergleich günstig. Die Vermarktung des Industrieparks Emil Mayrisch laufe nicht in der „Erfolgsspur”.

Im Kernort, so Froning weiter, gebe es es einen beträchtlichen Leerstand in Geschäftslokalen. Die „Sonderfläche des ehemaligen Kraftwerks in Siersdorf müsse, darauf müsse man bei der Landesregierung hinwirken, für Gewerbeansiedlungen nutzbar werden. Der zwischen Aldenhoven und Jülich geplante Autohof sei „kläglich gescheitert”.

Auf vielen Feldern bestehe also Handlungsbedarf, auf denen auch die Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren mbH (GWS) nicht mit Erfolg tätig geworden sei.

Deshalb sei zu prüfen, Wirtschaftsförderung auch „lokal installieren” - „nicht in Konkurrenz zum Kreis”, aber vielleicht in Kooperation mit Nachbarkommunen.

Fronings Ausführungen provozierten Paffen zu einem scharfen Widerwort. Er kritisierte nicht nur erneut den Wirtschaftsausschuss („Kneipenausschuss”), sondern warf dem FWG-Chef und Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, der sich auffällig oft im Rathaus aufhalte, auch vor, er wolle sich „ein besonderes Pöstchen” als Wirtschaftsförderer schaffen. Die Mehrheit wolle „vielleicht jemanden aus den eigenen Reihen in die Verwaltung einschleusen”.

Froning wies diese Vorhaltungen zurück, sie seien „sehr grenzwertig” und „fast niveaulos”. Doch der Ratsvorsitzende Tertel fügte hinzu, er sehe keinen Grund zu intervenieren und zum Beispiel Paffen das Wort zu entziehen.

Der Siersdorfer Christdemokrat bezeichnete den Antrag der Mehrheit als „das Dümmste, das uns je zu diesem Thema untergekommen ist”. Betriebsansiedlungen sei ein „mühseliges Geschäft” und eigene Gewerbeflächen dabei „von entscheidender Bedeutung”. Eine Zusammenarbeit mit anderen Städten oder Gemeinden „wäre gefählich”, denn „Aldenhoven hätte das Nachsehen”. Zudem würde ein lokaler Wirtschaftsförderer viel Geld kosten, während man in der Nothaushaltskommune „jeden Euro umdrehen” müsse.

Daher sei der Kreis die richtige Adresse und mit knapp 50.000 Euro auch kostengünstiger. Dass dem Bürgermeister die Organisationshoheit bleibe, dass stellte SPD-Fraktionschef Udo Wassenhoven nicht in Frage. Er warf aber Tertel Geheimniskrämerei vor und fragte: „Wo sind die Ergebnisse?”

Paffen konterte, dass bei der Ansiedlung eines Supermarktes jetzt „alles in trockenen Tüchern” sei. Im Jannuar, „wenn die Tinte trocken ist”, werde man die Öffentlichkeit informieren. „2011?”, hakte der FDP-Fraktionsvorsitzende Willi Zander nach, den Paffen zuvor ebenfalls angegriffen („... hat den Mund vollgenommen”) hatte. Zander hatte in der Vergangenheit mehrfach im Rat Anfragen zur Nahversorgung Siersdorfs gestellt und war deshalb gescholten worden, er torpediere die vertraulichen Verhandlungen.

Die Gemeinde Aldenhoven zahlt nun doch 3750 Euro an die Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren mbH (GWS) und billigte am Donnerstag die Sanierung der GWS. Die Nachschussverpflichtung hat die Gemeinde als GWS-Gesellschafter.

Der Rat hat aber nur zähneknirschend zugestimmt. Zuvor hatten sich die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Freier Wählergemeinschaft (FWG) und FDP vom Vorsitzenden der GWS-Gesellschafterversammlung, Herbert Schmidt (Sparkasse Düren), über die Lage des maroden Unternehmens unterrichten lassen.

Die drei Fraktionen hatten im November zusätzlichen Informationsbedarf angemeldet, bevor über die Sanierung der GWS entschieden werde. FWG-Fraktionschef Dieter Froning begründete die Zustimmung damit, „den Schaden so gering wie möglich zu halten”. Er beklagte, dass es in Aldenhoven weniger Informationen über die GWS gegeben habe als in anderen Räten. Udo Wassenhoven (SPD) verwies darauf, dass die Gemeinde anderenfalles „einen immensen Betrag” zu zahlen habe. Ein Ausstieg aus der GWS hätte 70000 Euro gekostet, so Bürgermeister Lothar Tertel.

Die FDP blieb auf Distanz, deren Fraktionsvorsitzender Willi Zander nannte die Sanierung der GWS, die ab Januar nur noch ihr Immobilienvermögen verwalten und vermarkten soll, „ein Glücksspiel”.

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