Gehaltvolle Werke mit hohem Anspruch

Von: Hilde Viehöfer-Emde
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Begeisterte Zuhörer feierten die Solistin Anna Rita Hitaj, das Collegium Musicum und seinen Leiter Peter Sauerwein mit wohlverdientem Riesenapplaus. Foto: Viehöfer-Emde

Jülich. Das PZ des Gymnasiums Zitadelle konnte die Besucherströme kaum fassen, die sich das Programm des Collegium Musicum Jülich nicht entgehen lassen wollten. In großer Besetzung musizierte das Orchester unter Leitung von Peter Sauerwein, eine Notwendigkeit, um die gewählten Werke aufzuführen.

Mit der Ouvertüre zur Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart, in der der Komponist die Form der Fuge und der Sonate genial verband, wurde der Abend eröffnet. Die Musiker arbeiteten die dramatische Zielstrebigkeit der Musik wie auch die poetische Idee feinsinnig heraus. Feierliche, erhabene Bläserakkorde leiteten die Ouvertüre ein. Sie wechselten mit sanglichen Passagen, so dass dramatische und absolute Musik harmonisch verschmolzen.

Für den solistischen Part im Klavierkonzert Nr. 5 von Ludwig van Beethoven war die junge Pianistin Anna Rita Hitaj gewonnen worden. Ein Glücksgriff, denn Können und Ausstrahlung der Musikerin begeisterten schon bald das Publikum. Ihr energisches und doch feinsinniges Spiel entsprach den Anforderungen des Werkes, das allein schon durch die Länge seiner Spieldauer physische und psychische Konzertration in Höchstform erfordert. Die Komposition stellt einen Höhepunkt der klassischen Konzertliteratur dar.

Die Tonart Es-Dur, von Beethoven zur Kennzeichnung des Heroischen verwandt, wurde gemildert durch das milde H-Dur des Adagio Mittelsatzes. Anna Rita Hitaj gelang es vorzüglich, die unterschiedlichen Themen und Gefühle durch ihr Spiel auszudrücken. Energische, kämpferische Partien, Trauermarsch ähnliche Passagen, fromme, Choral anmutende Themen, das volkstümliche, schwungvolle Rondo.

Die Brillanz, Stärke und Klarheit des Spiels der Pianistin beeindruckte und begeisterte. Auch das Orchester zeigt bei dieser Aufführung großes Potenzial in den verschiedenen Instrumentengruppen und meisterte den schweren Part dieses Werkes unter Führung von Peter Sauerwein in bester Form.

Mit der Aufführung von Anton Bruckners Sinfonie d-Moll hatte sich das Collegium Musicum einer gewaltigen Aufgabe gestellt. Die so genannte „Nullte“ Sinfonie, die Bruckner selbst negierte, lebte in der Aufführung dennoch vom monumentalen Stil des Komponisten. Seine Gesetzmäßigkeiten musste der Zuhörer erlauschen, sie erschlossen sich nicht in einer strikten Form. Themen entwickelten sich zu ausschweifenden Melodien, hymnischer Glanz erstrahlte in den Bläserpartien.

Schwelgerische Naturbegegnungen und mystische Versunkenheit nahmen die Zuhörer mit auf eine ganz besondere musikalische Reise in unterschiedlichste Klangwelten. Dem Orchester gelang mit der Aufführung dieses schwierigen Werkes eine großartige Leistung, in dem es mit Bravour die vielen musikalischen Eindrücke in harmonisch-klanglichem Gleichgewicht, auch zwischen den Gruppen der Instrumente, interpretierte und darbot.

Begeisterte Zuhörer feierten die Solistin Anna Rita Hitaj, das Collegium Musicum und seinen Leiter Peter Sauerwein mit wohlverdientem Riesenapplaus.

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