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Gedenktafel für jüdisches Gebetshaus fünf Mal erneuert

Von: Adi Zantis
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Mit der Gedenkplatte stehen am
Mit der Gedenkplatte stehen am ehemaligen jüdischen Gebetshaus Michaela Mörsch (v. l. Medienwerkstatt), Heinz Bielefeldt (Geschichtswerkstatt), Stifter Günther Schorn, Bürgermeister Lothar Tertel sowie das Ehepaar Elisabeth und Eberhard Janssen. Foto: Zantis

Aldenhoven. Die Lokalisierung eines jüdischen Gebetshauses an der Alten Turmstraße 43 im Ortskern von Aldenhoven wurde im Oktober 2011 auch mit einer eigenen Erinnerungsplakette für die Nachwelt dokumentiert.

Allerdings gab und gibt es immer wieder mutwillige und zum Teil auch abstoßende Beschädigungen an dieser Gedenktafel, die mit deutlichen Hinweisen auf eine gewisse Urheberschaft eine regelrechte Entehrung darstellen.

Die Beschädigungen und Verunreinigungen mit zum Teil unverblümt antisemitischen Indizien wiederholten sich immer wieder. Auch eine Anzeige gegen Unbekannt durch den Bürgermeister konnte dem schändlichen Tun keinen Einhalt gebieten. Zudem führen aber bislang nicht beweisbare Verdächtigungen kaum zur Aufklärung der schändlichen Taten. „Deshalb will man gelassen bleiben und schweigen, um den Tätern nicht den Triumph des Erfolges zu gönnen”, argumentieren die Initiatoren der Aldenhovener Geschichtswerkstatt.

Nach nunmehr fünf Erneuerungen der jüdischen Erinnerungstafel sind der Stifter Günther Schorn und die Hauseignerfamilie Janssen überein gekommen, die Folge der Reproduktionen zu stoppen und dafür eine Bodenplatte mit dem Informationstext zu verlegen. So befindet sich nun die vergrößerte Beschriftung unter einer bruchsicheren Plexiglasscheibe.

Quasi direkt vor dem authentischen Haus soll die Platte mit der auffällig gestalteten Inschrift an diesem verbürgten Ort der Erinnerung des ehemals jüdischen Lebens in Aldenhoven im Randbereich des Bürgersteiges verlegt werden.

Damit geht dieses Gedächtnis-Emblem quasi auch in den Verantwortungsbereich der Gemeinde Aldenhoven über. Dies geschieht zwar mit Unterstützung durch den gemeindlichen Bauhof, ist aber gleichzeitig auch eine Aktion, die durch den Stifter Günther Schorn und das Sponsoring der Mörsch-Medienwerkstatt ermöglicht wird. „Für die Gemeinde ist der Einbau der Platte völlig kostenneutral”, erklärte Bürgermeister Lothar Tertel.

Die Existenz eines jüdischen Gebetshauses mit einer Regenwasser-Mikwe (jüdisches Tauchbad) und einer Laubhütte im Hofgelände ist nach umfangreichen Recherchen der Geschichtswerkstatt, aus mündlichen Überlieferungen durch das Hauseigentümer-Ehepaar Janssen und auch aus schriftlichen und wissenschaftlichen Dokumentationen hinlänglich nachgewiesen.
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