Gedenkfeier zur mahnenden Erinnerung an die Opfer des Pogroms

Von: zts
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Aldenhoven. Verhalten und gefühlvoll stimmte Orgelmusik auf eine bewegende Gedenkfeier ein, zu der sich zahlreiche Teilnehmer aller Generationen in der Krypta von St. Martinus Aldenhoven eingefunden hatten.

75 Jahre nach der verheerenden Reichspogromnacht hatten sich mit dem Aachener Rabbiner Mordechai Bohrer Jugendliche aus den christlichen Gemeinden, den Schulen, der Geschichtswerkstatt, dem „Bündnis gegen Rechts“ und der Aktion „Jetzt reicht’s“ zur mahnenden Erinnerung an ehemalige jüdische Mitbürger engagiert.

In der Begrüßung richtete Pfarrer Charles Cervigne den Blick auf die grausamen Ereignisse, in denen 164 Synagogen in Deutschland zerstört wurden. Er verwies aber auch auf jüngste Ereignisse, in denen immer mehr rechtsradikale und gewaltbereite Elemente auch in Aldenhoven in erschreckender Deutlichkeit den Rassismus verbreiten wollen. „Wir sind da, um uns gegenseitig zu erzählen, was wir tun können!“, so die deutliche Anmerkung des Pfarrers.

Todesmutige Helden

Mit dem Verlesen der Namen von jüdischen Mitbürgern aus Aldenhoven, die damals ermordet wurden, demonstrierten Konfirmanden und Firmlinge „eine über den Tod hinausgehende Patenschaft“. Erinnert wurde von den Jugendlichen aber auch „an die Helden, die ihr Leben riskierten, um Widerstand zu leisten“. „Wie war das damals?“, so fragten die Jugendlichen in deutlichen Beiträgen und demonstrierten Ereignisse aus der Deportation und Vernichtung der jüdischen Mitbürger.

Schweigend formierte sich nach der Gedenkfeier ein Lichterzug zur jüdischen Gedenkstele im Römerpark. Hier sind 46 Namen jüdischer Mitbürger aufgeführt, die „somit in Erinnerung weiterleben“.

Viele Teilnehmer der Gedenkstunde versammelten sich anschließend im Ludwig-Gall-Haus zu einer Gesprächsrunde, in der auch die Aktion „Jetzt reicht’s!“ erörtert wurde. Mit dieser Maßnahme, die schon vor einigen Wochen gestartet wurde, wollen Kindergärten, Schulen, evangelische und katholische Kirchengemeinde, viele Vereine und Einzelpersonen sich konkret unter dem Leitwort „Kein Platz für Rassismus in Aldenhoven!“ solidarisieren.

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