Jülich - Geburtstagskerzen im Mittelpunkt des FZJ

Geburtstagskerzen im Mittelpunkt des FZJ

Von: hfs
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Für seinen Vorgänger Dr. Fri
Für seinen Vorgänger Dr. Friedel Hoßfeld (r.) hatte Thomas Lippert als jetziger Direktor der Jülich Supercomputing Centre ein persönliches Geschenk zur Hand. Foto: hfs.

Jülich. Prominenz von Bund und Land hat man vergebens gesucht. Angesagt waren diejenigen, die noch oder ehemals für das Zentralinstitut für Angewandte Mathematik in Lohn und Brot standen.

Denn dieses Institut, kurz ZAM genannt, feierte seinen 50. Geburtstag. Im Forschungszentrum firmiert das einstige ZAM mittlerweile als „Jülich Supercomputing Centre (JSC)”.

Eine große Familie

Wenn man die 50-jährige Geschichte des Instituts verfolgt, dann waren diese fünf Jahrzehnte durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet. So kann man verstehen, dass sich die Mitarbeiter als eine große Familie sehen, in der Zusammenhalt groß geschrieben wurde und wird. Denn wäre es nach dem Willen so bekannter Persönlichkeiten wie Professor Dr. Karl-Heinz Beckurts, ehemaliger KFA-Vorstand, oder Horst Ehmke (SPD), dem ehemaligen Bundesminister für Forschung und Technologie gegangen, ja dann wäre dem ZAM keine so großartige Erfolgsgeschichte beschieden gewesen.

200 geladene Gäste

„Herzlichen Glückwunsch vom Vorstand des Forschungszentrum, aber herzlichen Glückwunsch für das, wofür das ZAM in Europa, in der ganzen Welt steht”, meinte Professor Achim Bachem als Vorstandschef, als er Grußworte an die rund 200 geladenen Gäste im großen Hörsaal des Zentrums richtete, um dann direkt zu einer persönlichen Bewertung zu kommen, wenn die Devise Großforschung heißen soll. „Erstens, man gehört zu den ersten Drei in der Welt, oder man hat die Chance, dorthin zu kommen. Sie betreiben Großforschung, auf die sie stolz sein können, sie sind das Zentrum, das in den Mittelpunkt des Forschungszentrums gerückt ist.”

So erinnerte Bachem denn an die Informations-Technologie, die im JSC „die gesamte Wertschöpfung selbst oder aber mit Partnern abdeckt. So können wir helfen, dass das Supercomputing ganz nach vorne in der Welt der Forschung rückt.”

Wie die Computerwelt vor 50 Jahren aussah, dies erläuterte in einem sehr persönlich gehaltenen Vortrag Professor Dr. Kurt Binder, selbst einige Jahre ZAM-Institutsleiter, ab Januar 2012 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rats des John von Neumann-Institut für Computing, das Supercomputer-Rechenzeit bereitstellt für Forschungsprojekte aus Wissenschaft und Industrie auf den Gebieten der Modellierung und Computersimulation.

Als gemeinsame Einrichtung der drei Helmholtzzentren Forschungszentrum Jülich, Deutsches Elektronensynchrotron (DESY) und Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt wird so die Supercomputing-Forschung in Deutschland und Europa gefördert. Für Binder wird das JSC auch künftig „weiterhin eine Vorreiterrolle spielen, es wird weiterhin ein Leuchtturm des Forschungszentrums sein”.

Mit Professor Dr. Friedel Hoßfeld hielt der dienstälteste Institutsdirektor einen Rückblick auf die Zeiten, als aus einem „Dienstleitungsinstitut der KFA eine Institution wurde, die auf dem Gebiet des Supercomputing international große Anerkennung” genießt.

Betitelt als „Rückspiegelungen” blieb in Hoßfelds Augen „Horst Ehmkes miserable Politik” nicht unerwähnt. Denn der damalige Bundesforschungsminister setzte 1972/1973 eine über 40-prozentige Stellenkürzung durch. Professor Karl-Heinz Beckurts, zehn Jahre bis 1980 FZ-Chef, unterstrich bei Inbetriebnahme des ersten IBM-Computer, „dass dies die letzte große Rechneranschaffung für die KFA” sei.

„Wie Manager sich doch irren können. Wir haben die sieben kargen biblischen Jahre überstanden”, merkte Friedel Hoßfeld an - nicht zuletzt durch den damaligen Vorstandschef Professor Wolf Häfele und das damaligen Vorstandsmitglied Dr. Rolf Theenhaus, die ab 1981 Supercomputing in Jülich als eigenen Forschungsschwerpunkt auswiesen. Und schon ein Jahr später, so betonte Hoßfeld, kam der erste Supercomputer nach Jülich, der erste, der überhaupt auf der Welt an eine zivile Einrichtung ausgeliefert wurde.

Mit der Ausrichtung eines Symposiums im Juni 1983, an dem die führenden Computer-Wissenschaftler der Welt einschließlich Physik-Nobelpreisträger Kenneth Wilson teilnahmen, begann dann „eine wahrhaftige Erfolgsgeschichte, wir setzten Akzente in der Welt”, so Hoßfeld rückblickend, der bis 2002 insgesamt 28 Jahre das Zentrum für angewandte Mathematik leitete. Sein Nachfolger wurde dann Professor Dr. Thomas Lippert, der sich bei seiner Begrüßung vor allen Dingen bei den Organisatoren des Jubiläumsaktes bedankte, einschließlich des Frauenchors des Forschungszentrums für die musikalische Gestaltung.

Er stellte dann die „Innenansichten” seines Instituts vorstellte, wobei er es Dr. Thomas Schulthess, Direktor des schweizerischen nationalen Supercomputerzentrums mit Sitz in Genf, überließ, näher auf Simulationen am Rande des Möglichen - Nutzer oder Inspiration der Informationstechnologie - einzugehen.
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