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Garnelen dürfen baurechtlich wachsen und gedeihen

Von: ojo
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Platz ist reichlich vorhanden, um in der so genannten Rübensteppe oberhalb von Glimbach und Körrenzig eine Garnelenzucht samt Biogasanlage zu errichten. Foto: Jonel

Linnich. Die Höhen östlich von Körrenzig und nördlich von Glimbach sind dabei, sich zu einem Bereich massierter Tierzucht zu entwickeln. Nach bestehender Putenmast und Hähnchenmastanlage ist nun eine Garnelenzucht auf dem Weg durchs Genehmigungsverfahren.

Bis zu dem Mehrheitsbeschluss, mit dem der Linnicher Bau- und Umweltausschuss sein Einvernehmen zu den Plänen zur Errichtung einer Shrimpszucht samt Biogasanlage erklärte, wurde allerdings engagiert und emotional diskutiert.

Dass nicht nur klarer Kopf, sondern ein nicht exakt fassbares Bauchgefühl in die Diskussion hineinspielte, verdeutlichte eine Stellungnahme, zu der sich Cato Hilfert (Grüne) genötigt sah. Ökologisch sei die Kombination von Garnelenzucht und gekoppelter Biogasanlage ja interessant, und die Grünen würden eine Genehmigung begrüßen, aber: „Wir sind uns eben nicht ganz sicher.”

Das waren andere um so mehr. Beispielsweise der Gutachter, der die „Fischzuchtpläne” einer rechtlichen Würdigung unterzogen hatte. Ausgiebig erläuterte er sei letztendlich klar formuliertes Urteil: „Der Anlagenbestandteil ,Garnelenzucht ist im Außenbereich nicht zulässig. An der Zulässigkeit des Anlagenbestandteils ,Blockheizkraftwerk mit Biogas am gewählten Standort bestehen ernste Zweifel.”

Letztere hegte die CDU-Fraktion nicht. „Wir haben nur in baurechtlicher Hinsicht zu entscheiden”, bezog Hans-Willi Dohmen Position. Baurechtlich gebe es keinen ersichtlichen Grund, das Einvernehmen nicht zu erteilen.” Alle übrigen Aspekte des Bauantrags unterlägen der Prüfung durch die Fachbehörden. Noch einen Schritt weiter ging Dr. Klaus Selter (FDP). „Es ist völlig egal, was wir sagen. Es ist am Ende eine Entscheidung der Behörden.”

Nicht ganz so fatalistisch sahen dies Teile der SPD-Fraktion. „Eine Biogasanlage im Außenbereich können wir ablehnen”, meinte Klaus Flaskamp. Fraktionsgenosse Dr. Steffen Peters wertete eine Ablehnung als ein Signal, „dass wir so etwas hier nicht wollen”. Und das Gutachten zur rechtlichen Bewertung liefere die Basis, das Einvernehmen zu dem Bauvorhaben zu verweigern. Diese Haltung war freilich nicht mehrheitsfähig. Das Einvernehmen wurde erteilt mit dem ausdrücklichen Hinweis auf eine Prüfung durch die Fachbehörden, ob die Privilegierung des Vorhabens gegeben ist.

Der Antragsteller plant eine Anlage mit Metallbecken zur Zucht von tropischen Meerwassershrimps. Beheizt werden die Becken mit der Abwärme aus einer Biogasanlage. Deren Fermenter wird mit den Abfallprodukten des eigenen Ackerbau- und Weidebetriebs „gespeist”.
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