Pier - Für Pier fällt 2013 der letzte Vorhang

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Für Pier fällt 2013 der letzte Vorhang

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
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Die Abbrucharbeiten in Pier sind wieder in vollem Gange. Im Hintergrund frisst sich der Braunkohlebagger, der auch einmal die Reste des Dorfes inhalieren wird, immer weiter in die Landschaft. Foto: Wolters

Pier. In Pier und um das sterbende Dorf herum sind schwere Baumaschinen ausgeschwärmt, um dem Braunkohlebagger den Boden zu bereiten. So gilt es, vor Eintreffen des Tagebaus eine Brunnengalerie zu erstellen und auch die verbliebenen Gebäude müssen natürlich noch weichen.

„Die Eigentumsregelung ist weitgehend erledigt“, weiß Rainer Ortmann, Leiter des Indener Bauamtes und dort auch für die Umsiedlung zuständig. So verfüge RWE Power inzwischen über fast 100 Prozent der Grundstücke. Von ursprünglich 504 Anwesen in Pier sind, so Ortmann, nur noch elf bewohnt (gut zwei Prozent), 362 (mehr als 70 Prozent) sind bereits abgebrochen worden.

Rückbau-Konzepte erstellt

So wie im näher rückenden Tagebau Inden die Arbeiten der Schaufelradbagger und Absetzer in einem so genannten Betriebsplan geregelt und genehmigt werden, existiert nach Angaben von Elisabeth Mayers-Beecks, bei RWE Power für die Umsiedlung zuständig, für die dem Tode geweihten Ortschaften so genannte Rückbau-Konzepte, die ebenfalls mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt werden, denn bei der Umsetzung des „Rückbaus“ spielen auch aspekte des Arten- und Denkmalschutzes eine wichtige Rolle.

Derzeit läuft wieder solch eine Rückbau-Kampagne, die leer stehende Gebäude aus dem Ortsbild tilgt. Statt der viel zitierten Abrissbirne sind Bagger und Planierraupen im Einsatz, um die schon zur Römerzeit besiedelte und erstmals 873 schriftlich erwähnte Ortschaft Pier dem Erdboden gleich zu machen.

Allerdings bleibt dem einst blühenden Dorf für den heraufziehenden Schlussakt noch eine Gnadenfrist bis zum Jahresende, bevor der letzte Vorhang fällt. So wird nach Angaben des Bauamtsleiters die letzte Umbettung im Herbst erfolgen, so dass der Tagebautreibende dann auch Zugriff auf den Friedhof erhält. Gar bis Ende Oktober läuft die Frist für die Heinrich Löwenkamp Maschinen- und Stahlbau GmbH an der Professor-von-Capitaine-Straße, die derzeit am neuen Standort in Huchem-Stammeln baut und dann ebenfalls ihr angestammtes Betriebsgelände in Pier, wo noch der Parallelbetrieb läuft, geräumt haben muss.

Nabelschnur bis Ende 2013

Die Ortsdurchfahrt im Zuge der L 12, verkehrstechnische Nabelschnur für das Dorf, die eine Straßenverbindung zu den umgebenden Orten und ins Gemeindegebiet sicherstellt, wird zwar bereits im April außer Betrieb genommen, bleibt aber bis Ende der Jahres für den Fahrzeugverkehr offen, so dass Pier weiterhin für den „Transitverkehr“ zugänglich bleibt, bevor der letzte Vorhang fällt.

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