Für mehr Geld solls weniger Brücke geben

Von: hfs.
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An der Brücke auf der Burgstr
An der Brücke auf der Burgstraße in Müntz hat der Zahn der Zeit genagt. Trotzdem fahren jetzt noch über 40 Tonnen schwere Gespanne darüber. Die Planung für die neue Brücke lässt auf sich warten. Foto: hfs.

Titz. Sie dürften kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut worden sein, die Brücken über den Malefinkbach in Hompesch und an der Burgstraße in Müntz. Jetzt, Jahrzehnte später, bereiten sie seit Wochen dem Titzer Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt Kopfzerbrechen.

Für den Umleitungsverkehr im Zuge der Arbeiten an der Kreisstraße 5 sollen beide Übergänge neu gebaut werden. Besonders die alte „Ziegelbrücke” in Müntz ist baufällig. Doch schon Ende Februar 2012 soll über die neue Brücke der Verkehr rollen. Doch noch ist die Planung nicht verabschiedet - der Rat hat nicht entschieden.

„Die Erneuerung der Brücke Burgstraße duldet keinen Aufschub”, heißt es in der Verwaltungsvorlage, die den Ausschussmitgliedern im September zuging. Da wurden auch die Kosten auf rund 204.000 Euro veranschlagt, die dem Ausschuss aber zu hoch waren, es sollte billiger werden. Das Ingenieurbüro plante neu und blieb deutlich unter der vorigen Summe.

Doch auch die zweite Planung konnte nicht durchgewunken werden. Der Müntzer Ortsvorsteher Ulrich Goebbels machte nämlich darauf aufmerksam, dass es auf der Burgstraße „problematische Untergründe” gebe. Die Rede von einer so genannten „Torflinse” machte die Runde. Das ist ein meist kleines, im Querschnitt linsenförmiges Moorgebiet, das allerdings sehr selten als solches an der Oberfläche zu erkennen und vor allem in Niederungsgebieten anzutreffen ist - zum Beispiel im Bereich des Malefinkbaches. „Und der hat allein in Müntz drei Quellen”, meinte Goebbels in der jüngsten Sitzungsrunde. Darin wurde eine neue Planung vorgestellt, diesmal aber unter Berücksichtigung eines Bodengutachtens, das aufgrund besagter Torflinse im Bereich der Brücke angefertigt wurde.

„Dies hätten wir so oder so gemacht”, meinte der Planer. was wenig glaubhaft wirkte, denn warum, so wollte es Toni Schulz (W.I.R-Fraktion) wissen, „hat man denn schon eine Planung gemacht ohne Bodengutachten?”

Sollten bei Überarbeitung der ersten Variante rund 34?000 Euro für beide Brücken eingespart werden, machte das anschließende Bodengutachten dieses Einsparung zunichte. Im Gegenteil: Es wurde noch teurer, wobei sogar die ursprünglich angedachte Brückenbreite von sechs auf 4,50 Meter reduziert wurde.

„Wir bekommen jetzt also für mehr Geld weniger Brücke”, fragte der Ausschuss, und der Planer musste nicken. Und wofür muss eine Brücke, die ortsauswärts ins freie Feld führt, mit einem zusätzlichen Gehweg versehen werden? „Für den Begegnungsverkehr”, lautete die Anwort. Der besteht in der Regel nur aus landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die von Müntz aus kommend die umliegenden Felder ansteuern.

Jetzt will der Ausschuss wissen, ob für die der Wenderadius, um in die Feldwege abzubiegen, auch groß genug ist, wenn diese aus der anderen Richtung angesteuert werden. Bei der Ratsitzung am kommenden Donnerstag will der Planer wieder berichten.
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