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Für den Frieden: Da wird nicht lange gefackelt

Von: Daniela Martinak
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Zahlreiche Herzogstädter beteiligen sich auf dem Marktplatz an der Unterschriftenaktion der Kampagne „20 Millionen Euro mehr“. Foto: Martinak

Jülich. „Der Krieg wird automatisch finanziert. Um Unterstützung bei der Friedensarbeit muss man betteln.“ So lautet das knallharte Urteil von Maria Schmelzer. Die Jülicherin engagiert sich seit Jahren für die Friedensarbeit.

Auf dem Marktplatz steht sie mit anderen Friedensaktivisten aus der Herzogstadt und protestiert gegen wachsende Militärausgaben. Rentner Jochen Petzschmann hält so ziemlich jeden Passanten an, um ihn oder sie über die laufende Aktion aufzuklären: „Mein Ziel ist es, die Menschen zu überzeugen, dass die deutsche Politik endlich mehr Geld in Gewaltprävention investieren sollte.“

Mit seinem zum Friedensmobil umgerüsteten Wohnmobil macht er dabei von Überlingen bis Berlin in über 20 Städten Station. Und das bis zum 1. September, dem Anti-Kriegstag. Bis dahin fährt er Tausende von Kilometern durch die ganze Bundesrepublik und sammelt mit seinen Mitstreitern fleißig Unterschriften. Dann endet Petzschmanns Tour in Berlin. Hier wird er zusammen mit Aktivisten des forumZFD alle während der Kampagne gesammelten Unterschriften öffentlichkeitswirksam an die Wahlkampfzentralen der im Bundestag vertretenen Parteien übergeben.

Mit der Roadshow unterstützt der Rentner die Kampagne „20 Millionen Euro mehr“ des Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD). Zur Bundestagswahl 2013 fordert das forumZFD die neue Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auf, drei Jahre lang jeweils 20 Millionen Euro mehr für Zivilen Friedensdienst bereitzustellen. 20 Millionen Euro, das entspricht 200 Friedensfachkräften oder 250 Eurofighter-Flugstunden.

Zivile Friedensfachkräfte könnten jedoch Konflikte entschärfen, bevor sie zu Gewalt und Krieg führen, während militärische Einsätze meist zu spät kommen und enorm teuer sind, argumentiert das forumZFD. Die Jülicher sind sofort dabei. Lange wird bei einer solch „heißen Sache“ einfach nicht gefackelt, der Stift ist schon gezückt, bevor die Flyer gelesen sind.

„Die Menschen verstehen recht schnell, dass es eine notwendige Initiative ist“, betont der Fahrer des Friedensmobils. Und auch die Stadt unterstützte die Aktion. Schmelzer: „Wir durften unseren Stand hier kostenlos aufstellen. In allen anderen Städten war das Ordnungsamt nicht so großzügig. Auch dieses gesparte Geld wird der Kampagne zugute kommen.“

Wer die Kampagne unterstützen möchte, findet hier Informationen: www.20millionen-mehr-vom-militaer.de

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