Fünf Häuptlinge: Stommel krempelt die Verwaltung um

Von: Volker Uerlings
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Heinrich Stommel und (s)ein Blick auf die Herzogstadt. Foto: Uerlings

Jülich. Die Wählerinnen und Wähler hat Heinrich Stommel (59) in Massen hinter sich geschart. Mehr als 70 Prozent votierten 2009 für den amtierenden Jülicher Bürgermeister. Der Mann ohne Parteibuch hat es dagegen im Stadtrat nicht immer leicht, denn ohne eigene Mehrheit weht dem Ersten Bürger politisch ein rauer Wind ins Gesicht.

Der Verwaltungsexperte gestalte zu wenig, heißt es quer durch mehrere Fraktionen. Die von ihm geführte Mannschaft im Rathaus sei nicht optimal aufgestellt, ist ein anderer Vorwurf. Im Gespräch mit unserer Zeitung legt Heinrich Stommel seine Sicht wichtiger Themen dar - und widerspricht.

„Eine Neuordnung der Verwaltung könnte es schon eineinhalb Jahre geben. Damals habe ich mein Konzept im Rat vorgestellt, das kurzfristig und ohne nennenswerte Mehrkosten hätte umgesetzt werden können”, sagt der Bürgermeister. Die Politik versagte ihm vor den Wahlen die Gefolgschaft.

Die Wogen haben sich geglättet. In naher Zukunft kommt es nach Informationen unserer Zeitung zu einer Neuorganisation. Salopp ausgedrückt: Es gibt mehr Häuptlinge, nämlich sechs statt drei. Sachlich: Die Verantwortung wird auf mehrere Schultern verteilt. Diese Verbreiterung ist beinahe kostenneutral, weil die Ernennungen im Rahmen der bisherigen Vergütungen möglich sind. Nur in einem Fall ist eine Beförderung zu erwarten. Daneben kommt es auch zum neuen Zuschnitt von Ämtern.

Stellt sich die Frage, wo der öffentliche Dienst seiner Arbeit nachgeht: Weiter vorwiegend im Neuen Rathaus, oder im Alten, in einem Dienstleistungszentrum mit Kreis und Polizei? Was wünscht sich der Bürgermeister? „Das ist kein Wunschkonzert”, sagt Heinrich Stommel nüchtern.
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