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„Frohsinn“ in Stetternich: Äußerst komisch!

Von: dol
Letzte Aktualisierung:
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Killer Ivan (Sascha Massmann/von links) will alles geregelt wissen, bevor er Aron Ehrlich (Andreas Hardt) „überraschend und fast schmerzfrei“ um die Ecke bringt. Foto: Dolfus

Stetternich. Wenn das Leben einem sinnlos erscheint, kommt mancher auf düstere Gedanken. So auch der von Frau, Geld und Glück verlassene Aron Ehrlich (Andreas Hardt) im Stück „Eine Schnapsidee“ frei nach Bernd Spehling. Dieses brachte die Stetternicher Gesellschaft sehr zum Vergnügen seines Publikums an drei „Lieder- und Theaterabenden“ in der Bürgerhalle des Ortes zur Aufführung.

Die stets mit großem Aufwand inszenierten komischen Stücke erfreuen sich zu Recht großer Beliebtheit, nicht nur beim Stetternicher Publikum.

Düstere Gedanken kamen daher nur beim Hauptdarsteller auf, der im Internet Killer Ivan – herrlich schräg: Sascha Massmann mit durchgängig russischem Akzent - engagiert hatte, um seinem trostlosen Dasein ein Ende zu setzen. Als Ivan an Arons Tür klingelt mit Hund „Stalin“ im Gepäck nimmt die groteske Vorstellung ihren Lauf. „Von diesem Moment an leben Sie noch längstens 24 Stunden“, informiert Ivan seinen Kunden.

Dem wird es zusehends mulmig, als der Auftragsmörder ihn einen indischen Vertrag unterschreiben lässt, in dem genauestens geregelt ist, was nach seinem Ableben geschehen soll. Besonders die Klausel „OGK“ hat es in sich: Arons „Organe, Gliedmaßen und Körperflüssigkeiten“ wurden bereits nach Indien verkauft. Und über die „Reste“ wird sich wohl „Stalin“ freuen.

Alles ganz sauber „regeln“

Doch der schreckliche Ivan ist immerhin darauf bedacht, alles möglichst „sauber“ zu regeln: Aron solle doch seinen schönen Teppich lieber beiseite räumen, damit er keine Flecken davonträgt. Und von anderen Personen soll sich der gute Aron bis zu seinem Ableben besser fernhalten – für deren Sicherheit kann Ivans „Firma“ sonst nicht garantieren.

Gar nicht so leicht, wenn plötzlich eine wildgewordene Horde Partygäste aus der Nachbarwohnung in Arons Heim einfällt, der für die Fete engagierte Alleinunterhalter (unnachahmlich in Szene gesetzt von Michael Struth) mit der lispelnden Stripperin Bernadette (Larissa Douvos) in seinem Wohnzimmer seine Show abzieht und eine aufdringliche Telefontarifvermittlerin aufkreuzt. In Aron Ehrlichs Augen kann jeder von ihnen sein Killer sein!

Das Spiel der Darsteller wie auch die schräge Situationskomik taten ihr Übriges, um die Lachmuskeln der Zuschauer aufs Äußerste zu strapazieren. Zum Gelingen der Veranstaltung trug neben den Darstellern Andreas Hardt, Bettina Scheid, Michael Struth, Larissa Douvos, Clarissa Heuser, Julian Heck, Sascha Massmann, Angelika Ponten-Drzewiecki und Nicholas Heck auch das Hintergrundteam für Technik, Bühnenbau und Requisite maßgeblich bei: Alfred Ponten, Franz Kieven u.a., Manfred Ostermeiter, Wolfgang Bauer u.a., Sylvia Heinen, Lilo Knabel-Biener, Christopher Hardt, Yvonne Himstedt-Bardon, Maria Koch, Ursula Detemple, Adelheid Alves.

Regie führten Petra Piel und der sehr zum Bedauern des Teams erkrankte Shorty Küper, an den sich die besonderen Genesungswünsche des 1. Vorsitzenden Wolfgang Schulz richteten.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg des Abends hatte auch wieder das musikalische Element. Das Frauen-Quartett „Tonalita“ (Ursula Keuter, Brigitte Mainz, Claudia Rohowsky und Ulrike Werres), begleitet von Inge Duwe am Klavier, intonierte hervorragend einen Reigen außergewöhnlicher Lieder aus Klassik und Moderne. Einem Duett von Felix Mendelssohn-Bartholdy folgte ein weiteres von Johannes Brahms, bevor Hildegard Knefs „Rote Rosen“ auf das Stetternicher Publikum hinabregneten. Besonderen Anklang fand die Zugabe in Gestalt von Rossinis „Katzenduett“ – und das nicht nur wegen der hübschen Verkleidung der Sängerinnen.

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